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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 432 -
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432 gemauerte niedrige mit platten Steinen bedeckte Terrasse hin (?äsep, nüsep, ?akrc>dek, ?übre2i, ^äprsen, ^ästönek), die zur Hausthür und zu den Stallungen führt. Diese Terrasse ist manchmal in ihrem vorderen Theile von der Hausthür bis zur Front mit einer niedrigen Bretterwand versehen, die sozusagen einen ebenerdigen Söller (pavlae) bildet. Über der Terrasse erhebt sich oft ein Söller mit einem manchmal sehr zierlichen Kranzboden und mit Säulchen, die nicht blos von der Fertigkeit, sondern auch vom Geschmack des Dorfzimmermanns zeugen. Dieser hat manchmal zwischen den Capitälchen (Köpfen) der Säulchen sogar auch halbkreisförmige Bogen, allerdings auch aus Holz, nachgeahmt. Der Söller, ein für das böhmische Gebäude charakteristischer Theil, erscheint nicht blos über der Terrasse, sondern je nach Zweckmäßigkeit auch sonst am Gebäude oder an seinem Zubau (,vMupek"), der sich auf das Dach stützt und auf mächtigen Säulen ruht, oder auch am Schüttboden. Ein nicht minder charakteristischer Theil des böhmischen hölzernen Wohngebäudes ist sein Giebel ,Stit« (Schild), .beckrv« (im Taborer Kreis), »pel-eiu« (im westlichen Böhmen), zumeist jedoch ,lomenice* genannt, und zwar deßhalb, weil er durch mehrere hölzerne Querleisten in mehrere Felder oder Flächen wie gebrochen erscheint. Am Giebel haben vorzugsweise die Zimmerleute ihre Kunstfertigkeit und ihren Geschmack bewährt. Die am reichsten gezierten Giebel finden wir bei alten Gebäuden. Querleisten, dann senkrechte oder strahlenförmige Lücken, die symmetrisch in diesen Feldern angebracht sind und durch Bogen oder durch einfache Capitälchen wie Säulchen verbunden sind, oder gezähnte Lücken, die aus der Flüche hervortreten, ,kraM^° (Spitzen) genannt, geben dem Giebel ein malerisches Aussehen. Dazu tragen auch im oberen Theile des Giebels in die Bretter hineingeschnittene Bilder, hier eines Herzens, dort eines Sternes, nicht selten auch eines Kelches oder auch von Vögeln bei. Der Giebel wird, wie das ganze Gebäude, entweder gar nicht getüncht oder, falls dieses weiß gestrichen ist, ist es auch bei jenem der Fall. Dann werden in manchen Gegenden die Lücken schwarz angestrichen, wie auch die Fensterrahmen mit einer lichtblauen Farbe. Die Fensterladen sind entweder einfach oder mit gemalten Blumen geschmückt. Über den Gipfel des Giebels ragt aus dem Dachkamm ein kleines, gewöhnlich rundes Schindelvordach, ,kÄbi'inec«, »kukla", genannt hervor. Auf dem Vordach erhebt sich ein hölzerner Aufsatz „makvvice" (Mohnkopf), der da und dort die Gestalt eines Kelches hat, oder die Wetterfahne .vr^ütko". Am unteren Theile des Vordachs gegen das Innere zu befindet sich ein Bret (,?äklox>a-, die Klappe), eine Art Denktafel. Darauf lesen wir irgend einen frommen Spruch, darauf ist auch angegeben, von wem nnd wann das Haus gebaut wurde. Solche mit Aufschristen versehene und mit gemalten Ornamenten und Blumen gezierte
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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