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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 444 -
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414 die aus fünf bis sechs Weidenruthen geflochtene und mit bunten Bändern geschmückte Ostergerte, mit welcher am Ostermontag die jungen Burschen den Mädchen auflauern und sie über die bloßen Arme und Füße so lange schlagen (stäupen), bis sie sich mit roth- gefärbten, häufig auch zierlich gezeichneten Eiern (krasliee) loskaufen. Dieses Geschenk, sowie der ganze Brauch heißt ebenfalls Die Ostergerte ist das Symbol der verjüngten und verjüngenden Frühlingsnatur und der mit ihr Geschlagene bleibt das ganze Jahr gesund. Die kleinere Jugend geht mit einer kleinen, mit eiuem farbigen Bande geschmückten in den Häusern herum, verschiedene Lieder singend, wie: Hock;-, Kock)- cko provock^, cksjte, pani, veHce! u. s. f. (Osterfest, Osterfest, gebt, o Hausfrau, Eier!) Dafür bekommen sie von der Hausfrau Eier, Äpfel, Kuchen und Kreuzerstücke. Um die Eier wird dann gespielt: Einer hält das Ei in der Hand mit der Spitze nach oben und der Andere stößt mit der Spitze seines Eies in das Ei des Gegners; wessen Ei dabei zerbricht, der hat verloren, und der Gegner bekommt das Ei. Ehemals wurden die Eier auf einer schiefen Fläche heruntergewälzt; wessen Ei am weitesten hinunterrollte, der hatte gewonnen. Am Osterdienstag müssen sich die Burschen von den Mädchen das Schmack- vstern gefallen lassen. Das Aprilschicken (I.. April) ist ein allgemein verbreiteter Brauch (man schickt zum Beispiel Jemanden in die Apotheke um Mückenfett und dergleichen). Am Georgi tag (24. April) „öffnet sich die Erde" und es kriechen heraus die Frösche, Schlangen und Skorpione, welche von nun an giftig sind. In der Walpurgisnacht (30. April) werden die „Hexen gebrannt". Zu diesem Behufe werden das ganze Jahr hindurch alte Besen gesammelt, in Theer oder Wagen- schmiere getaucht und an einem sicheren Orte aufbewahrt. In der Nacht vor dem 1. Mai werden sie auf Anhöhen hinaufgeschafft, dort angezündet und unter dem Ausruf: „Die Hexen fliegen!" in die Höhe geschleudert. Auch zündet man Holzhaufen an, über welche die Burschen mit den Mädchen springen. Inzwischen knallen die Knechte mit ihren Peitschen überall im Dorfe herum, um die Hexen auszutreiben. Vor die Stallthüren legt man dichte Rasenstücke, um den Hexen den Zutritt zu verwehren, denn die Hexe könnte nur dann zum Vieh gelangen, wenn sie die sämmtlichen Grashalme im Rasen zusammenzählt. In derselben Nacht werden noch vor Tagesanbruch die Maibäume (müje) aufgestellt. Die Dorfjungen gehen heimlich in den Wald hinaus, wo sich Jeder eine schlanke Tanne oder Birke aussucht, dieselbe abschneidet und bis zum Gipfel abschält und sie dann unvermerkt vor das Fenster oder auf dem Hof seiner Auserwählten auf- stellt. Auch auf dem Dorfplatze wird ein großer gemeinschaftlicher Maibaum aufgestellt,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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