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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 468 -
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468 was sie nicht mag, sie will den lieben Burschen, sie geben ihr den Witwer: „Der hat nur ein halbes Herz, die eine Hälfte hat die Verstorbene, die and re gab' er mir!" So muß denn geschieden sein, die Liebenden kommen zum letztenmal zusammen: „Gib mir die Hand, gib sie mir beide; wir kriegen uns nimmermehr, nicht nach einem Jahr, nicht nach zweien, nicht bis ans Ende der Welt!" „Scheiden, scheiden, was ist das doch ein schweres Ding! Wenn sich trennen muß, wenn sich trennen muß vom Liebchen fein der Jüngeling!" Der Bursche tröstet sich mitunter schnell. Nachdem sie „unter dem grünen Baum" von einander geschieden, geht er in den Wald, weint dort noch ein Gesetze! laut, schiebt aber dann den Hut nach der Seite — kloboulc na stranu, eine beliebte Geberde — „Ich werde das Mädel vergessen und wieder lustig sein." Der Bursche (mlääenec) im Volkslied ist überhaupt nicht sehr zu loben, was den Punkt der Treue und Beständigkeit betrifft; sterbend läßt er sich auf den Grabstein setzen: „Hier liegt der junge Leib, der so gern die Mägdleins hatte. Holde Jungfrauen, die ihr den Weg her kommt, betet für seine arme Seele." Wenn ihm eine den Abschied gibt — „Iclodoulc na strnnu" — hat er bald eine andere; „die Sonne scheint nicht für eine Blume;" „'s gibt ihrer ja der Mädchen g'nug wie der Körnchen am Wachholderstrauch." Ist das Unrecht auf ihrer Seite, ist sie flatterhaft, wetterwendisch, eine „Pntzgredl", dann sendet er ihr einen frommen Wunsch nach: „daß allen falschen Dirnen der Blitz ins Herz schlage!", und der Trost ist für ihn leicht: Aus dem Dorn die Rose nehm' ich nicht mit, mit 'nein falschen Mädel bin ich schnell quitt." oder: „Um dich, meine Theuerste, ist es leicht sich eins zu pfeifen!" Viel seltener, und das ist ja dem weiblichen Charakter entsprechend, kommt es bei dem Mädchen vor, daß es sich schnell entschlossen tröstet, zum Beispiel wenn er „in den Krieg" muß: „Ich werde dir nicht nachmarschiren", oder wenn er sie um eine andere verläßt, wie in dem muthwilligen: „Aha, aha, der Weg zu uns ist dir weit" oder: „Ach du lieber Himmel, wie ist's Heuer wohlfeil, ein Schock Mannsbilder um einen halben Apfel, und das um einen wilden!" Wie man sieht, bedeutet der Liederanfang mit dem „Ach" durchaus nicht immer Trauer und Klage, sondern zuweilen auch das gerade Gegentheil. Aus dem Tanzboden für die Burschen und Mädel, beim guten „rothen" Bier im Wirthshaus für die Männer, bei der Kirchweih für Alle, da schwinden die Sorgen, da tönen heitere Weisen und frohe Gesänge, da dreht sich am Spieß der Braten, da gibt es kein Kopfhängen, da überquillt auch das Lied von Scherz und Spaß und fröhlichem Unsinn: „Hört, Leutchen, etwas Neues: Der Arme hat den Habenichts bestohlen, hat ihm den leeren Schnappsack abgeschnitten" oder: „Der Ohnebein steigt auf den Birnbaum, holt sich dort Krebse,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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