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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 496 -
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496 Volksleben der Deutschen in West-, Nord- und Ostböhmen. In den Werken älterer Geschichtsschreiber wird das Land Böhmen mit Rücksicht auf seine Lage inmitten des Welttheils und auf sein äußeres geographisches Bild, das merkbar der Form eines Herzens ähnelt, das „Herz Europa's" genannt. Und nicht nur der Lage und Form, auch seiner ganzen geschichtlichen und culturgeschichtlichen Entwicklung und Bedeutung nach verdient Böhmen bis zu einem gewissen Maße dieses auszeichnende Gleichniß. Denn, wie das Blut von allen äußeren Theilen des Lebenskörpers im Mittel- punkt, im Herzen, zusammenströmt und wieder hinauskreist, wie vom Herzen mächtige Antriebe ausgehen für den ganzen Körper, so fluteten auch in Böhmen seit altersher Volkstheile mancher Art aus Europa zusammen, mischten sich oder strömten wieder hinaus, und viele für Europa's Geschichte wichtigste Vorgänge hatten mit einer gewissen historischen Regelmäßigkeit in Böhmen ihren Ausgangspunkt, auch den Hanptschanplatz, um zumeist ebendort wieder auch ihren letzten Abschluß zu finden. — Daß ein geographisch, geologisch, geschichtlich n. s. w. so interessantes Land auch betreffs seiner Bewohner ein erhöhtes Interesse bietet, ist leicht abzusehen. In der That weist insbesondere Deutschböhmen eine verhältnißmäßig große Mannigfaltigkeit und besonderen Reichthum in der Entwicklung der Bevölkerung auf. Wie die reichgegliederte Küste Griechenlands dem Griechenvolk einst den natürlichen Anlaß zu einer reichgestaltigen, fruchtbaren Culturentwicklung gegeben hat, so ist der weite und meist auch ziemlich breite Ring, mit dem die deutschen Landes- einwohner von den Randgebirgen und Grenzen Böhmens her fast das ganze Land umschließen, auch die erste und nächste Ursache der bemerkenswerthen Erscheinung, daß sich das Cultur- und Nationalleben der Deutschen Böhmens so ungewöhnlich mannigfaltig und hervorragend ausgestalten konnte. Fast alle diese Gebirge boten von Natur aus gewisse selbständige Grundlagen zu individueller Entwicklung, ebenso die in ihrer Lage und Gestaltung, in Klima und Boden- beschaffenheit so mannigfach verschiedenen und meist sehr fruchtbaren Hauptflußgebiete; endlich auch die verschiedenen Mischungen und regen Berührungen mit den deutschen Grenz- und Stammesnachbarn, aus deren fränkischen, bajnvarischen uud sächsischen Grundstämmen die Mehrzahl der Bewohner entsprossen ist, beziehungsweise sich im Laufe der Zeit ergänzt und erneut hat. Daß unter solchen Umständen ein so fest- geschlossener, vollkommen einheitlicher Charakter der gesammten deutschen Landesbewohner Böhmens sich nicht in gleicher Art wie in anderen Gebieten herausbilden konnte, ist erklärlich, und so finden sich denn in Deutschböhmen Volksarten und Charaktereigenheiten, die, ohne der Einheit des Gesammtvolksthums wesentlich Eintrag zu thun, dem Volksleben einen besonderen Reiz der Mannigfaltigkeit und auch einen Grad besonderer
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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