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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 507 -
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507 zum weitklingenden Liede und übermüthigen Jauchzer erhebt, wie wir dies in Süd-, West- nnd Nordwestböhmen finden. An besonderen eigenartigen Volksgestalten hat das Riesengebirge, seitdem die Groß- industrie und der stets wachsende Fremdenverkehr der Touristen und Sommerfrischen- besucher sich so sehr ausbreiten, daß sie die Vorherrschaft gewinnen und die ältere länd- liche Gebirgswirthschaft immer mehr zurückdrängen, verhältnißmäßig sehr wenig mehr aufzuweisen. Von den bereits ganz modernisirten Fremden- und Bergführern absehend, wollen wir vor Allem der Gebirgsläufer, Hocken- und Faßlträger gedenken, die von den Thälern, Hängen und Nieder-Banden aus Wasser, Milch, Brot, Mehl u. s. w. auf eigen- artigen Kraxen (Hocken) und in sogenannten Kälbersäcken in die Gasthof-Banden, auf den Gipfel der Schneekoppe n. f. w. emportragen. Trachten. Wie nach Volks- und Mundart, so unterschieden sich die Hauptgebiete Deutschböhmens sonst auch durch gewisse Besonderheiten der Bewohner, sich zu kleiden und ihre Wohnstätten anzulegen. Die Volkstrachten waren bis um die Mitte dieses Jahr- hunderts noch ziemlich mannigfaltig und zum Theil auch selbständig. Zu den am meisten ausgebildeten und auch an, längsten (bis in die Neuzeit) bewahrten ländlichen Trachten gehört vor Allem die Egerläuder Volkstracht. Die ältere Tracht des Egerlaudvolkes ähnelte einigermaßen jener der Altenburger Bauern in Deutschland. Der Männeranzug bestand aus weiten bockledernen Pumphosen, die unter den Knieen geschlossen wurden, einem braunen oder schwarzen Tuchrock (ohne Kragen) mit dichtgereihten hellen Metall- knöpfen, derben Lederschuhen und Wadenstrümpfen, dem rothen Brustlatz mit Silber- stickerei, ausgenähten, oft silbergestickten Hosenträgern, einem runden Filzhut mit schwarzem (bei ledigen Burschen rothem) Bande, das in Maschen endete, die man „Holzstoß" nannte. Unter dem Hute trugen besonders ältere Männer vom Handwerk noch grün- sammtene Pelzmützen, mit Fischotterfell ausgeschlagen, oder statt des Hutes auch hohe Schoppmützen von drei bis vier Iltisfellen. Zur älteren weiblichen Tracht gehörten: ein schwarzer oder brauner Zeugrock, eine blaue Schürze, ein Schnürmieder mit Messing- oder Silberspangen, ein steifer Brustlatz mit Spitzen und Goldborten, ein enges kurzes Wamms und ein weißdamastenes straffes Kopftuch mit zwei links und rechts weitab- stehenden Spitzen und dem sogenannten „Nebanitzer Knoten". Ältere Weiber trugen schwarze kugelrunde Pelzmützen. Erwähnung verdient auch die etwas abweichende Ascher Frauentracht: vierschästiger Leibrock, wattirter Unterrock und Pantoffeln und eine besondere Art der Kopfbedeckung, die Schlapphaube. In der Mitte des Ascher Bezirkes tragen die Frauen das breit- gelegte, im nördlichen Theile das in schmalen Streifen zusammengefaltete Kopftuch. Die Männer dieses Gebietes bedienten sich im Winter einer eigens geformten Mütze,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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