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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 510 -
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510 Museen, Theatern, Curstadtpalästen und Riesenfabriken! Der stark hervortretende Charakterzug der zähen, eisernen Thatkraft und grundfesten Gediegenheit, der dieses Volksthum auszeichnet, kommt auch in seinen Wohnstätten ebenso zum Ausdruck wie seine echtdeutsche Gemüthsaulage in der Ortswahl und inneren Wohnungseinrichtung. Der elastische, so reg- und strebsame Volksstamm Deutschböhmens fand sich in allen so verschieden gearteten Gauen des weitgedehnten Randgürtels zurecht und wußte sich uud fein' Wohnhaus allen Natur-, Orts- und den oft so wechselnden Zeitverhältnissen anzupassen; er siedelte sich nicht nur in den fruchtbarsten fetten Flußthälern, sondern auch auf den kargen unwirthlichen Hochflächen und den rauhen unfruchtbaren Gebirgskämmen an. „Nicht auf den griechischen Gebirgen" — schrieb der verstorbene erzgebirgische Volks- schriftsteller Dr. Ferdinand Stamm — „nicht in der Nähe des Olymps, nicht auf den Apenninen, Pyrenäen und Karpathen, selbst nicht auf den Alpen, den höchsten Gebirgen Europa's, ist die Ausiedlung der Völker (zum wirkliche» gemeinsamen Culturbetrieb) am höchsten hinaufgedrungen, sondern auf dem Kamme des Erzgebirges!" Auf einer Höhe von über 3.000 Fuß (1.172 Meter Seehöhe) befindet sich eine ganze Stadt, das betriebsame Gottesgab mit mehreren kleineren Ortschaften auf dem hohen Erzgebirgkamm nächst dem „Sonnenwirbel" (Keilberg). Dieser Volksschlag scheut keine Höhe, er beherrscht sie; er fürchtet keine Tiefe der Erde und dringt in den Erz- und Kohlenschachten auch 1.000 Meter und immer tiefer noch in das Erdinnere ein. Bei der Ortswahl und äußere» Anlage tritt die Stammesart deutlich hervor. Noch heute zeigen zahlreiche Dörfer den altgermanischen Charakter des Längen- und Gruppendorfes. Dies ist besonders in den Vorgeländen der Randgebirge und in den Gebirgsthälern der Fall. In den Landstrichen gegen das Innere des Landes zu, wo vor Zeiten die Slaven siedelten, ist die Anlage der Ortschaften eine mehr geschlossene. Die Gehöfte, besonders in den Hügelgebieten und an den Waldhängen, sind häufig ganz selbständig angelegt und ohne ursprünglich planmäßige Verbindung miteinander, just wie es der Deutsche von altersher nach Tacitns Berichten liebte, nach welchen der Germane dort seinen Sitz aufschlug, wo ihm eben das Gefild, die Quelle, der Waldhain gefiel. Als bemerkenswerth ist die häufige Anlage von Längendörfern hervorzuheben, wie sie besonders ausgeprägt in den Vorgeländen des Erzgebirges, in diesem selbst, im nordböhmischen Grenzgebiete bei Warnsdorf-Rumburg, sowie im Anpa- und Elbethal (Trauteuau uud Marschendorf 1^. bis IV. Theil) bis Dunkelthal und Hoheuelbe-Spiudelmühle-Petersdorf) im Riesen- gebirge, ferner im Jeschken-Jsergan (Reichenberg-Maffersdorf u. f. f.) vorkommen. Diese Längendörfer, wie das einem Bachlaufe folgende Brunnersdorf, ferner Zuflucht, Werns- dorf (Bezirk Kaaden) bilden eine mitunter einen Kilometer lange einzige lose offene Gasse von Einzelgehöften und Kleinhäusern und erreichen, wie z. B. das über 3.200 Einwohner
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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