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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 558 -
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558 Aus dem Saazergau sei mitgetheilt das auch über audere Gebiete verbreitete Beseubiuderl ied: Wenn ih ka Geld zan Saus'n ho, Geh ich in' Wald, schueidt Reisich o; Wenn ichs Reisich g'schnied'n ho, Geh ich Hamm, bind Besen o! Wenn ich de Besn bundn ho, Las ich d' Strohn auf und o, Lent, Leutla kafsts ma Bej'n o, Daß ichs Geld vasanfen ko. Und weiln ich des Geld vasosfn ho, Sn geh ich in Wald, schneid Reisich o.i Den Schluß möge ein Volkslied aus dem Erzgebirge bilden, das die Freuden und Leideu der Klöpplerin in kurzeu Strophen treffend zum Ausdruck bringt: „Dos gebar- cherische Madl" (Erzgebirgsmädchen). Bin ih net a schies (schönes) gebarcherisch Madl? Bin alleweil lnstich und früh (froh); Ih kalippel (klöpple) su a mannich Stück Fadl Un a nlannich Stück Bördel (Borte) dazu. Am Suuutich, do thu ih mich schin (schön) pntz'n, Un hör' mer de Predicht schie a, Nachert gieh 'ch ze niein Wanzela hntzn, Do sah m'r anonner schie a! Un Hammer a nischt meh ze brenna. In d'r Filist'r, do ko m'r net sei, Do thu m'r des Bergl u'anf reuua Uu schtirln (stechen) danMnndn schie (Bekräftigung) rei. Un hamm'r a nischt nieh ze labm, Su leidt m'r a Finkela (Fünklein) Nnth; Gruß thun, des is holt mei Labm, Starbn, des is holt mei Tud! 2 Besondere Hervorhebung aus der Zahl der umfangreicheren Volksgedichte verdienen sowohl wegen ihres Inhalts als ihrer weiten Verbreitung uud Volkstümlichkeit das Volkslied: „Der Neischdorfer Pferdehimmel" (Erzgebirge und Saazerland), „Vogel- stellerlied" (Kinder, wos mach'n mer de heut?") uud „Mei Höll" (Erzgebirge uud Mittel- Egergebiet), der „Tetschuer Schiffsmon" (Elbe-Niederland) und der schon über hundert Jahre im Volk bekannte, sehr beliebte Volkssang iu Auschaer Mundart: „Der Zippelpelz", der früher nach einer meuuetartigen Melodie gesungen wurde. Nach einer Überschau über die Gesammterscheiuuug des deutschen Volksliedes in Böhmen läßt sich feststellen, daß auch im Volkslied die Charakterabstufungen und Eigen- arten der Einzelnstämme und Hauptgebiete Deutschböhmens ziemlich merkbar zum Ausdruck gelaugeu. Im Wesentlichen sei nur so viel bemerkt, daß in Süd- und Südwestböhmen, das mit seiner Bevölkerung dem innerösterreichisch-bajnvarischen Volksthum nähersteht, die gefühlsweichen und dabei leidenschaftsstarken Liebesliedchen und die echt lyrischen, naiv- frischen Naturlieder aus den anderen mehr hervorklingen, im Norden und Nordosten über- wiegt dagegen imAllgemeinen die mehr geistig-betrachteude und urtheilende,diehumoristisch- satirische, lehr- und ueckhafte, zu Spott uud Witz geneigte, in Gedanken und Form schärfere 1 Saazerland; Podersam-, Dvppau-, Kaadner Bezirke. 2 Erzgebirge.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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