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Gegen das Innere des Landes zu bilden derzeit folgende größere (oder die Richtung
des Zuges angebende kleinere) Orte mit ihrer nächsten Hingebung im Ganzen und Großen
die Greuzuiarkeu deutschen Wesens: Eisenstein, Cachrau, Neuern, Neumark, Wassersuppen,
Bischosteinitz, Mogolzen, Kapsch, Staab, Dobran, Littitz, Nnrschan, Malesitz, Tnschkan,
Wscheran, Netschetin, Manetin, Scheies, Jechnitz, Kolleschowitz, Postelberg, Liebs-
hansen, Trebnitz, Theresienstadt, Gastorf, Wegstädtl, Danba, Hirschberg, Hühnerwasser,
Oschitz, Liebenau, Reichenau, Tauuwald, Nochlitz, Hohenelbe, Arnau, Piluikau, Gradlitz,
Trauteuau, Starkstadt und Braunau; hier überschreitet die Sprachgrenze die Landesgrenze;
wieder eintretend umfaßt sie: Gießhübel, Rokitnitz, Wichstadtl, Grnlich, Riedersdorf, wo
sie wieder austritt; Laudskrou, Lichwe, Michelsdorf, Schirmdorf, Strokele, Karlsbrunn,
Dittersbach, Brüuulitz — Landesgrenze; Schrittenz, Heiligeukrenz, Simmersdorf —
wieder Landesgrenze; Schamers, Neuhaus, Neubystritz — Laudesgrenze; Julienhain,
Gratzen, Beneschau, Kaplitz, Krumau, Groschum, Prachatitz, Sablat, Winterberg, Berg-
reichenstein, Hartmanitz und wieder anschließend Eisenstein. Um Budweis, Böhmisch-Aicha,
Paka nud Sehndorf-Weska liegen deutsche Sprachinseln abgeschnitten im Gebiete des cecho-
slavischeu Stammes, und hier muß auch an die oft sehr ansehnlichen Minderheiten deutscher
Zunge im inneren Lande, wie in Prag, Pilsen uud vielen anderen cechischen Städten
erinnert werden.
Fast genan nach Südost, Südwest, Nordwest und Nordnordost gerichtete Linien
theilen dieses deutsche Sprachgebiet uach vier Dialeeteu ab. Der eechische Streifen
zwischen Stecken und Neuhans, die Linie von Schüttenhofen und Eisenstein an die
Laudesgreuze, eine längere zwischen Jechnitz-Kolleschowitz,Lnbenz-Rndig,Waltsch-Pomeisl,
Dnppau-Maschau, Warta-Klösterle, Schlackenwerth-Joachimsthal, Lichtenstadt-Abertham,
Nendek Bärringen, Schönlind-Frühbuß, Schöubach-Graslitz, ferner eine solche zwischen
Oschitz-Liebenau, Wartenberg-Reichenberg, Grottan-Kratzan scheiden so vier Stücke ab,
den Gebietstheil im Süden für das Baierifch-Österreichische, den im Westen für das Nord-
gauische (auch Ostfräukische genannt), den im Nordwesten und theilweise Norden für das
Obersächsische uud den zerstückelten Rest im Norden, Osten und Südosten für das
Schlesische. Dem räumlichen Gebietsnmfange und der Bevölkerungszahl nach sind das
nordganische und das obersächsische Stück fast gleich, ebenso wieder unter sich das schlesische
und das baierisch-österreichische Stück; vom gesammten deutschen Sprachgebiete entfallen
ungefähr zwei Sechstel auf das Nordgauische, zwei Sechstel auf das Obersächsische, je ein
Sechstel ans das Schlesische und das Baierisch-Österreichische.
Das Obersächsische reicht vou Graslitz längs des Erzgebirges und des Lausitzer
Gebirges bis in die Gegend von Grottan uud umfaßt, iudem es um Klösterle seine
Ausdehnung plötzlich südöstlich weitet, die Geläude der unteren Eger und (für Böhmen)
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Böhmen (1), Band 14
- Titel
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Untertitel
- Böhmen (1)
- Band
- 14
- Herausgeber
- Erzherzog Rudolf
- Verlag
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Ort
- Wien
- Datum
- 1894
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 15.78 x 21.93 cm
- Seiten
- 634
- Schlagwörter
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Kategorien
- Kronprinzenwerk deutsch