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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 617 -
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Seite - 617 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14

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617 (wahrscheinlich letzte Reste) deutlich zu erkennen sind. Das Bergstädtegebiet um Schlaggen- wald (besonders Lauterbach) und die Stadt Mies weisen, ersteres neben nordganischem äi für altes ei auch a und für in- uud auslautendes Pf theils pf, theils aber pp auf, diese hat wohl das pp gegen pf verloren, aber dagegen regelmäßig das a erhalten. Fester bewahren die an das Obersächsische unmittelbar anstoßenden nördlichen nnd östlichen Grenzstriche diese zwei benannten Charaktermerkmale desselben — pp für in- und auslautendes pf, a für altes ei, doch mit dem Unterschied, daß die äußere Zone (Neudeck bis Schlackemoerth, Waltsch mit Jechnitz) beide Fälle, die innere Zone (Bleistadt, Karlsbad, Petschau, Theusing, Mauetin) nnr mehr das pp (aber regelmäßig), nicht aber auch das a hat. In allen zwei Zonen dagegen und ziemlich verbreitet kommen vor r jene hellen (kreischenden) Laute a ä für die sonst im Dialect gebräuchlichen ä e und i ü vor. Aus diesem Übergangsgebiete gibt etwa folgende Probe den gewöhnlichen Lautklang: „Hain soll i gäih", Dan (da) soll i bleibm, Meina Mutta soll i d' Erdäppl reibin. Ham gäih i net, Dan (da) bleiw i net, 's sann meine Freud d' Erdäppl net." Örtlich charakterisirt sind unter den mehreren Mundarten dieser Zone zum Bei- spiel die Neudecker, in der (obersächsisches) a für e aus i eintritt uud jedes r vor anderem Mitlaut oder am Schlüsse ungesprochen bleibt (Dn'scht, Ha'z, wä' — Durst, Harz, war), die Jechuitzer, welche aus aulautendem pf ein gf macht (Gfär, Gfnnd, Gfingftn — Pferd, Pfund, Pfingsten), und die von Waltsch nnd Scheies, welche letzteren Laut auch kennen, daneben aber noch l (außer im Anlaute) zu eiuem i oder fast wie i klingendem e umbilden (Schni, Stni, Woid, koid n. s. w. — Schule, Stuhl, Wald, kalt). In Jechnitz wird nebenbei auch das nordgauische öi (-^ altem Diphthonge ie) hell wie äi gesprochen. Wie in Nord und Nordost, schließt sich auch im Süden ein Übergangsdialect an das Nordgauische an, jener nämlich im Strich von Wassersuppen bis Eisenstein hinunter, der Übergang ins Baierisch-Österreichische. Hier treten, je südlicher, desto hänsiger, neben den nordganischen Diphthongen öi und on (für alte ie, üe — no), deren aber einige noch bleiben, schon die im Baierischen dafür gebrauchten ia und ua auf (neben: Löid sLicht^, wöi, Bou', Groubm schon auch: Diab, Lieb, Muada, Schual), ebenso neben den an und äi für alte lange a, o uud e, ä, ö die bairifcheu a, o — o — e, ä (a) und ö; ferner findet sich hier das (unter dem baierischen Dialect schon erwähnte) niederbaierische ni für in (eu) und ie. Den Typus dieser Muudarteureihe könnte etwa das Lied „Land is 's, wenn d'Rössa schäN g'ströckt",beim sogenannten „Pfingstlrennen" darthun (vergleiche Seite 578). Pöhmen. 40
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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