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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 226 -
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226 lenkte man in die früher gewandelten Bahnen zurück. Unter den drei ersten Herrscheru-bes luxemburgischen Hauses durchmaß die Gothik in Böhmen ihr zw eit es Entwicklnngsstadinm, dessen Phasen sich in einer gewissen Hinsicht auch nach den Regenten selbst scheiden lassen, da die Anfänge der erneuerten Kunstthätigkeit der Regierungszeit Johanns, die wunderbare Blüte derselben jener seines berühmten Sohnes Karls IV. und der rasch eintretende Verfall den Tagen Wenzels IV. angehören. In diesen verschiedenen Entwicklungsperioden traten auch verschiedene tonangebende Einflüsse zu Tage, da in der ersten die Kunstanschau- ungen französischer Meister, in der zweiten die auf dem Bodeu derselben basirenden, aber eigenthümlich weiter entwickelten Ideen deutscher Baumeister die Führung übernahmen und während der dritten bereits eine aus beiden hervorgegangene einheimische Richtung mit den zuletztgenannten um die Gleichberechtigung rang. Der französische Einfluß zeigte sich zunächst bei der Fertigstellung der schon berührten Cistereienserkirchen zu Sedlec und Königsaal, erstreckte sich aber rasch auch auf die Profan- baukunst Böhmens. Denn der Prager Bischof Johann IV. von Drazitz berief zur Auf- führung der Randnitzer Elbebrücke, deren Grundstein am 24. August 1333 gelegt wurde, den Meister Wilhelm, den Werkmeister der Brücke in Avignon, aus dieser Stadt nach Böhmen, wo ebensowenig als in den Nachbargebieten geeignete Werkleute gefunden werden konnten. Die sicher verbürgte Thatsache, daß derselbe mit drei Gesellen kam, ein volles Jahr hindurch den Randnitzer Brückenbau leitete und nach Vollendung zweier Pfeiler und des sie verbindenden Bogens mit seinen Genossen in die Heimat zurückkehrte, gewinnt für das Einsetzen unmittelbar französischen Einflusses noch deshalb besondere Bedeutung, weil der fremde Meister auch einheimische Arbeiter, welche nach seinem Weggang die Fortführung und Fertigstellung des Baues besorgten, in der Kunst des Brückenschlagens unterwies. Nach einer auf die Verläßlichkeit der Angabe nicht mehr prüfbaren Quelle soll Meister Wilhelm auch den Bau der Kirche des Rauduitzer Augustinerklosters geleitet haben. Gleichzeitig kam der französische Einfluß auch bei großen Profanbauten der Landes- hauptstadt zur Geltung, wo 1333 der mit Böhmens Statthalterschaft betraute siebzehn- jährige Markgraf Karl von Mähren die verfallene und fast unbewohnbare Hradschiner Königsburg nach dem Muster des alten Louvre, der Wohnstätte der französischen Herrscher, instandsetzen ließ. Mit der Ausführung dieser Arbeit konnte der am französischen Hofe erzogene Fürst, dessen erste Gemalin eine französische Prinzessin war, nur eiueu die Details des Musters genau kennenden französischen Architekten betrauen. Da 1335 auch König Johann nach dem Beispiel seines die königlichen Schlösser überhaupt restanrirenden Sohnes sowohl auf der Prager Burg als auch in seiner Residenz auf der Altstadt sehr viel bauen und im „französischen Stile" aufführen ließ, gewannen die französischen Anschauungen immer breiteren Boden. Das Einleben derselben fand eine ungemein
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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