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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 246 -
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246 Der daran anstoßende viereckige saalartige Raum, welcher als Sacristei dient und dessen Wölbung auf einem achteckigen Pfeiler ruht, scheint gleich der aufgelassenen, höchst edel durchgebildeten Margarethakapelle ein Überrest der alten Klosteranlage zu sein. Die Ausführung verräth trotz späterer Entstellungen und Veränderungen überall hohe Sorgfalt. Heute zu sächsischem Gebiete gehörend, bietet die nun in Ruinen liegende Cölestiner- lirche auf dem Oybiu noch Simsreste, Strebepfeiler mit angeblendeten Verzierungen und Maßwerkdetails, die sich dem Formencanon der durch Peter Parler in Böhmen herrschend gewordenen Gothik nähern. Die Zierlichkeit der Bearbeitung gemahnt an die Sluper Serviteuaulage. Die Paulanerniederlassung in Henrasfl, welche 1384 nur aus sechs Zellen neben einer Kapelle bestand, verlor bei dem seit 1522 betriebenen Neubau ihren ursprüng- lichen Charakter. Von der wegen ihrer soliden Bauart bewunderten Dachauer Carmeliter- kirche, deren Reste noch 1846 die gleiche Anlage wie bei der Prager Maria-Schneekirche, wenn auch in bescheidenerem Maßstabe, und Übereinstimmung der Wölbungsart und Fensterbildung erkennen ließen, ist nichts mehr erhalten. Bedauernswerth bleibt besonders auch der vollständige Verlust der aus dieser Periode stammenden Karthäuserklöster, deren den Ordenssatzungen entsprechende Anlagen zweifellos einige neue Züge vermittelt haben. Die Bndweiser Dominicaner bauten an ihrem heute arg verwahrlosten Kreuzgange, dessen Vollendung der ausgesprochenen Spätgothik vorbehalten blieb, weiter. Die ver- schiedenen Zweige des Franciscanerordens bewegten sich in den alten Bahnen. Das Hauptordenshaus für Böhmen, die Minoritenniederlasfuug zu St. Jakob in Prag, erhielt 1374 eine sehr geräumige, dem Basilieatypus treubleibende Kirche, deren Schiffe gleich dem ungemein hohen, langgestreckten Presbyterium die alte Eintheiluug genau feststellen lassen; doch bietet der schon unter König Johann begonnene Bau heute sonst nichts Charakteristisches. Die gegenüber anderen Minoritenkirchen des Landes beachtenswerthe Regelmäßigkeit der Anordnung und eine gewisse Großartigkeit des Auf- baues deuten darauf hin, daß das Jakobskloster wohl überhaupt eine hervorragende Minoritenanlage war, deren mehrmals genanntes prächtiges Refectorinm gern zur Abhaltung größerer Festlichkeiten verwendet wurde. Auch hier zog sich die Fertigstellung des Kreuzganges, dessen nördlicher Flügel noch einige wenige Capitäle aus den Tagen König Johanns enthält, durch Jahrzehnte hinaus. Ebenso war es bei dem Kreuzgange der Nenhanser Minoriten, welche 1369 mit den Steinmetzmeistern Nikolaus und Andreas übereinkamen, daß dafür der eben im Baue befindliche Wittingauer zum Vorbild genommen würde. Die in allen Flügeln gleichmäßig schöne Disposition des letzteren wurde jedoch nicht erreicht, sondern schon dadurch beeinträchtigt, daß mau das linke Seitenschiff der Kirche in den Bau einbezog. Auch hier ging, wie der Bauvertrag ausdrücklich betont,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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