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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 248 -
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248 die Kirche selbst einbezogen wurde. Der im Grundriß rechteckigeKreuzgang, dessen dreitheilige Fenster starke Verwerthung des Fischblasenmotives zeigen, besitzt eine über den Ostflügel vortretende, dem heiligen Wolfgang geweihte Kapelle; der Schlußstein der Kreuzwölbung hält hier in der fünfblättrigen Rose das Andenken an die Klostergründer fest. Die spitz- bogigen Chorschlußfenster sind ganz einfach gebildet. Der Körper der Kreuzgangs strebe- pseiler ist aus Ziegeln ausgemauert, für Sockel, Sims und Decknng aber Haustein ver- wendet. Tragen auch Kreuzgang und Wolfgangskapelle den ausgesprochenen Charakter der Späigothik an sich, so ist dieselbe doch noch frei von den Absonderlichkeiten am Aus- gang des XV. Jahrhunderts, au welchen eine auf den 8. September 1491 fallende Ein- weihung der Kapelle beide schematisch streng miteinander verbundenen Bautheile verweist; der Kreuzgangsbau wurde unter dem 30 Jahre dem Kloster vorstehenden, 1509 gestorbenen Guardian Wenzel, genannt Walda Julens, vollendet. Jedenfalls bleibt das Krumauer Minoritenkloster nächst dem zu Eger und Neuhaus für den Typus der böhmischen Minoritenniederlassnngen höchst beachtenswerth. Bescheidener als die Krumauer Anlage ist das 1330 von dem Waffenschmied Theodorich gegründete Minoritenkloster in Horazdiovitz, das 1814 aufgehoben und 1854 den Schulschwestern überlassen wurde. Die einschiffige Kirche hat ein nur mit einem Kreuzgewölbejoch und polygonalem Schluß vortretendes Presbyterinm und ein dreijochiges Langhaus, einfache Spitzbogenfenster, die an der Nord- seite des Schiffes ganz fehlen, und besitzt keinen selbständigen Thurm, sondern blos einen Dachreiter. Der nördlich von der Kirche liegende kleine Kreuzgang ist quadratisch mit je drei Spitzbogenfenstern nach dem Jnnenhof angelegt; der ursprüngliche Charakter der letzteren läßt sich noch ziemlich sicher feststellen. Wie die Minoritenklöster, so erhoben sich auch die Hospitäler knapp an der Mauer der Stadt oder auch außerhalb derselben. Ihre Zahl wuchs während des XIV. Jahrhunderts ganz außerordentlich, da der Wohlstand des Landes in der Sorge für die ärmeren Bewohner gleichsam wetteiferte. Mit den Unterkunftsräumen, die wohl auch nach einem bestimmten Schema angelegt wurden, aber nirgends so intakt erhalten sind, daß letzteres durch Vergleich mehrerer Objecte mit zweifelloser Sicherheit herausgeschält werden könnte, verband man in der Regel einen zur Abhaltung des Gottesdienstes bestimmten Gebäudetheil, eine Art Hauskapelle. Verhältnißmäßig gut erhielt sich die Spitalskirche zum heiligen Geist in Brüx, die schon 1351 bestand. Aus fünf Seiten des Achtecks schließend, besitzt das Presbyterium sowohl im Chorschluß als auch in dem Kreuzgewölbejoch sculpirte Schlußsteine, deren erster das Lamm mit der Kreuzesfahne zeigt, indeß den anderen ein Schild mit dem Zeichen ziert. Die Consolen, von welchen die Rippen ansteigen, bieten schönes Laubwerk, Thiere uud Menschenköpfe in trefflicher Ausführung, jedoch in theilweise recht beschädigtem Zustande. Das einschiffige Langhaus,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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