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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 255 -
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Gothisches Motiv vom Pulverthurm in Prag. der einzelnen Bauglieder noch nicht vollkommen abgeklärt. Daß auf plastischen Schmuck Bedacht genommen war, zeigen die für Statuenaufnahme berechneten Consolen der Schiffs- pfeiler. Ein hübsch profilirtes Portal ziert den Treppenaufgang zu dem westlich angeordneten Musikchor, dessen Brüstung Vierpässe in guter Linienführung füllen. Die Seitenschiffe bewahren die alte einfache Kreuzwölbung, welche auch für das Netzgewölbe des Mittel- schiffes den Grundgedanken vermittelte, da in jeder Jochabtheilung zwei Kreuzgewölbe, deren Rippen parallel laufen und sich durchschneiden, nebeneinander angeordnet wurden. An dem Thürsturz des nördlichen Haupteinganges, dessen Leibungen drei Hohlkehlen mit entsprechendem Stabwechsel gliedern, fesseln zwei ziemlich derb ausgeführte Köpfe. Die dem genannten Portal vorgelegte Vorhalle zeigt in dem krabbenbesetzten Spitzbogen, neben welchem rechts und links stark beschädigte Fialen ansteigen, in der Anordnung der zur Füllung der Zwischenräume bestimmten Wappen, von denen das mit der fünfblättrigen Rose dem um die Förderung des Kirchenbaues verdienten Herrengeschlecht gilt, und in den oruameutaleu Zuthaten eine dem Parler'schen Geschmack verwandte Neigung znr Decoration des Äußern durch plastische Beigaben. Der untere Theil des Thurmes entstammt einem älteren Bau. Die wie in Mühlhausen an der Nordseite des Presbyteriums ange- baute Sacristei bewahrt eine schöne Netzwölbung, deren Ausführung gleichfalls dem Meister Johann übertragen wurde. Die Abtreppungen der hohen Strebepfeiler, welche auch an Mühlhausen erinner», treten bei einfacher Deckung verhältnißmäßig nur weuig vor. Ob die EinWölbung des Kirchenbaues wirklich innerhalb der vertragsmäßig aus- bedungenen drei Jahre vollendet wurde, muß fast bezweifelt werden, da eine einst in der Sacristei aufgefundene Tafel die Aufzeichnung enthielt, daß der ans Krumau gebürtige Bischof Matthias 1439 die Veitskirche consecrirt habe; doch war die Wölbung gewiß noch vor den Hnsitenkriegen fertig geworden und verschob sich die Weihe wahrscheinlich nur mit der während der Unruhen langsamer fortschreitenden Innenausstattung, von welcher sich ein zierlich aufgebautes Sacrameutshäuschen erhielt, bis zur Wiederkehr geordneter Verhältnisse. Die Ägidikirche in Mühlhausen und die Veitskirche in Krumau bieten die wichtigsten Aufschlüsse über die von Meistern slavischer Herkunft gepflegte Richtung,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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