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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 264 -
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264 Die allgemeinen Verhältnisse des Baubetriebes bewegten sich in den vor den Hnsitenkriegen eingehaltenen Bahnen. So schlössen 1435 die Bürger von Wodnian mit dem Meister Jaklik und seinem Sohn Wenzel einen genau specisicirten Bertrag für den Chorbau ihrer Pfarrkirche, so wurden beim Weiterbau der Kuttenberger Barbarakirche, für welcheu Benedict Rieth am 14. April 1512 vertragsmäßig bestellt wurde, wie einst beim Prager Dombau genane Rechnungen geführt, so waren die Lohnverhältnisse vollständig geregelt, Sommer- und Winterbauperiode unterschieden, Trink- und Badegeld noch im Brauch. Die zunftmäßige Organisation des Banhandwerkes hatte mich in Böhmen während des XV. Jahrhunderts große Fortschritte gemacht. Die Zunft der Steinmetzen in der Prager Altstadt verwaltete fchou 1489 „von der Hauptstadt aus alle Zünfte gleichen Handwerks im ganzen Königreich Böhmen"; mit letzteren waren aber nur die einzelnen städtischen Verbände wie in Knttenberg gemeint, neben welchen bei großen Banführungen auch unabhängige, selbständige Bangewerksvereinignngen bestanden. Eine solche gab es z. B. 1489 auf dem Hradfchin unter der Leitung des mit der Ausführung königlicher Bauten betrauten Meisters Benedict Rieth; dieselbe stand zu der Altstädter Zunft wohl in demselben Verhältniß wie der Regeusburger Dombaumeister Roritzer zu deu Beschlüssen des Regcnsbnrger Steinmetzentags von 1459. Die Lehrzeit war genau normirt und das Meisterstück der Steinmetzen uud Maurer bis in die Einzelheiten geregelt. Doch waren die Banmeister Böhmens, deren einzelne Verbände ein wohlorganisirtes Ganze bildeten, offenbar nicht außer jeder Berührung mit den Verbünden Deutschlands. So bestätigte am 3. August 1497 Peter von Rosenberg die Errichtung einer für den Rosenbergischen Besitz begründeten Steinmetzenzeche, welche im engsten Anschlüsse an die Passaner Haupthütte organisirt wurde. Am 26. Juli 1518 erklärten die zur Schlichtung der Aunaberger Streitigkeiten versammelten Steinmetzen,unter welchen Benedict Rieth die erste Rolle gespielt zu haben scheint und anch die Meister Jörg von Maulbronn aus Brüx, Hans Günther von Oberndorf uud Meister Jörg Schremle ans Komotau mit den Gesellen Philipp von Wimpfen aus Laim nnd Martin von Plan sich begegnen, in einer Eingabe an Herzog Georg den Bärtigen von Sachsen die Handwerksgenossen „anß dem königreich Behem, Schlesin vnd Meissen hoch beschwertht" durch das Vorgehen der Magdeburger Hütte. Das beweist, daß selbst in dem Wiederansblühen der Kunstthätigkeit in Böhmen nach den Hnsitenkriegen ein Einslnß von Deutschland her zweifellos wieder zur Geltung kam. Denn 1516 wurden für den Bau der Kuttenberger Barbarakirche durch Benedict Rieths Parlier Hanns auch in Wien, wo ja eine der vier Haupthütteu bestand, neue Gesellen ausgenommen, deren deutsche Namen von 1517 an in den Kuttenberger Rechnungen vorkommen. In dem Baubetrieb mußte selbstverständlich, da in den größeren, damals schon zumeist cechischen Städten selbständige Steinmetzen- und Manrerzünste bestanden,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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