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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 267 -
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267 König Ladislaus 1453 sein Majestätssiegel von den Nürnberger Goldschmieden Seitz Herdegen nndHieronymusHölper, dem Großvater des berühmten Albrecht Dürer, anfertigeil ließ, 1465 die Freiberger Maler Meister Heinrich und Meister Hans Münzer die Lieferung einer Altartafel für Graupen übernahmen, 1495 der Görlitzer Maler Georg Burchart eine „toffel" nach Liebenau ablieferte, 1486 Meister Lorenz, Zinngießer von Baudissin, für den Guß der großen Granpener Glocke vertragsmäßig gewonnen wurde und Maler aus Plauen sich in Kaaden niederließen, so mußten auch die deutschen Kunstanschauungen einen nicht unwesentlichen Theil des spätgothischen Kunstschaffens in Böhmen bestimmen. Unter den Werken der einheimischen Architekten ragen die Leistungen des Matthias Raysek imponirend hervor. Seine Thätigkeit setzte 1476 bei der Erbauung des P rag er Pn lve r thn rms ein, zu welchem am Montag nach Palmarum 1475 der Grundstein gelegt wnrde. Die Altstädter Rathsherren, welche die Ausführung ursprünglich einem Meister Wenzel übertragen hatten, nahmen nach Schluß des Thorbogens den Matthias Raysek von Prostejov, bis dahin Baccalanrens der Teynschule, dazu auf, die Bildhauerarbeiten und Ornamente herzustellen, und übertrugen ihm nach zwei Jahren allein die Weiter- führung des Werkes. Die untere Partie desselben bis zu den oberhalb des Thorbogens angeordneten Vierpässen gehört dem Meister Wenzel, dem offenbar der Altstädter Brücken- thurm als Muster vorschwebte; der von hier bis zu deu unteren Fenstern reichende Theil ist gemeinsame Arbeit beider Meister, indeß das Übrige von Matthias Raysek stammt, der gleichsam die ihm nachgerühmte Fähigkeit im Zeichnen und Anfertigen von Blumen und Bildwerk besonders hervorkehrte, um das Äußere des Werkes mit Figuren, Wimpergen, Cousolen und Fenstergewänden in überkünsteltem, manchmal sogar plumpem Laubwerk zu zieren. Gegenüber dem klaren, kräftigen und harmonischen Aufbau des Altstädter Brückeuthurms ist hier eine gewisse Unsicherheit in der Beherrschung der schwerfälligen Masse mit übertriebener, an Spielerei streifender Künstelei gepaart. Aller- dings lag dieselbe im Geist der damaligen Bauweise, da sie den Matthias Raysek offenbar bekannt machte und weiter empfahl. Denn als die Kuttenberger, die am 22. Angnst 1483 den Grundstein zu dem seit den Hnsitenkriegen stockenden Weiterbau der Barbarakirche gelegt hatten, wahrscheinlich nach dem Tode des 1488 oder 1489 verstorbenen ersten Meisters Hanns einen neue» Bauleiter beuöthigteu, uahmen sie den von der Altstädter Steinmetzenzunft empfohlenen Meister Raysek, welcher dem Kuttenberger Meister Blazek vou Jugeud auf bekannt war, als Werkmeister auf. Seine Arbeit läßt sich ziemlich genan abgrenzen; sie umfaßt den Choroberbau bis zum Schlußstein der Wölbung, dessen Inschrift 1499 als Volleuduugsjahr ueunt, und fesselt dnrch die mit originellem Maßwerke gezierten Oberlichter, das Strebesystem init den reichgeschmückten Strebepfeilern, die zwar eigenartige, aber nicht uninteressante obere Anßengallerie des Chors und die mit schöner
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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