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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 286 -
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286 Gehilfen Zoan Maria de Padova »eben Jacvpo Sausoviuo an der Ausschmückung des Santo in Padua betheiligte. Im Frühling des Jahres 1538 kam Paolo mit seinen „13 wällischen Steinmetzen", darunter auch Zoan Maria Padovano, nach Prag und ging an die Arbeit. Uuter mannigfachen Wehen kam der Bau nach Jahren zustande. Bald werden Klagen hörbar, daß die Italiener „gar unfleißig, faul, langsam" arbeiten, bald werden sie beschuldigt, daß sie anderen Arbeiten nachgehen, bald benehmen sie sich sogar meuterisch: dann tritt wieder in den von der böhmischen Kammer verfügbaren Geldmitteln eine bedenkliche Ebbe ein, und ein andermal kommen Differenzen mit den Baumeistern betreffs ihrer Ansprüche vor. Noch vor Vollendung der Arbeit starb Paolo della Stella im October des Jahres 1552. Nach einer kurzen Unterbrechung, die nun eintrat, wurde die Leitung des bereits zum oberm Stockwerke gediehenen Baues dem schon früher nach Prag abgesandten königlichen Baumeister Hans Tyrol anvertraut, einem Meister, welcher es verstand sich neben Wohlmnth zu behaupten und der sowohl in künstlerischer Beziehung als auch vermöge seiner Abstammung den Italienern näher als der Letztere stand. Aber auch Wohlmuth selbst siudeu wir ab und zu mit Angelegenheiten des „Lust- hanses" beschäftigt, doch sind es Fragen mehr administrativen als künstlerischen Charakters, welche nun zur Sprache kommen. Allmälig schreitet der Bau seiuer Vollendung entgegen; im Jahre 1555 wird bereits au seine Bedachung und Pflasterung gedacht, aber erst 1558 wird die erstere vollendet, während an der Pflasterung und der inneren Ausstattung geranme Zeit uoch weiter gearbeitet wird. Das Künstlerische des wunderbaren Baues kauu uur für einen Meister, für Paolo della Stella in Anspruch genommen werden. Von Ferabosco di Lagno, welcher früher neben Stella als Urheber des Baues galt, schweigen die Quellen; derselbe scheint erst, als der Bau seinem Abschluß entgegenging, herangezogen worden zu seiu. Dagegen haben die wackeren italienischen Steinmetze Stella's, Zoan Maria, Johann Campian, Baptista de Zavoza und manche andere der ab und zu recht trotzigen und händel- süchtigen Gesellen an dem Zustandekommen des Kunstwerkes hervorragenden Antheil. Eben durch die Fülle des decorativeu Schmuckes und die feine Durcharbeitung der archi tektonischen Details, durch Eurythmie der einzelnen Bauglieder zeichnet sich das sonst einfach angelegte Gebäude aus. Insbesondere sind es die, den Kern des Gebäudes an allen Seiten des Erdgeschosses umgebenden Arkaden, an welchen sich die Kunst des Stein- metzen entfaltet. Über den jonischen Capitälen der schlanken glatten Säulen schwingen sich durch zierliche Perlschnüre umfaßte Bogen; sowohl die Säulensockel und die zwischen ihnen sich hinziehende Brüstungsmauer, als auch die Bogenzwickel tragen fignrale Reliefs und über den letzteren zieht sich um das gauze Gebäude ein reicher Fries mit schwungvoll behandeltem Blattwerk herum, welches ab und zu durch Embleme uud
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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