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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 293 -
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293 bewahrt haben. In Podebrad waren beispielsweise unter Zuziehung einheimischer Stein- metze Girzik vou Lugano und der anch sonst bekannte Baptista de Zawoza, in Kostelec Meister Johann de „Ffinnandt", in Brandeis der Steinmetz Thomas und Maurer Matesz thätig. Letzteres Schloß hat späterhin Rudolf II. zu seinem Lieblingsaufenthalt gewählt und wohl auch entsprechend ansgestattet. Im Innern selbst hat sich hier wenig Bemerkenswerthes erhalten, indem das Schloß von mannigfachen Umänderungen, zu welchen beispielsweise die Vermauernng der seinerzeit offenen Hofarkaden gehört, nicht verschont blieb. Den bei diesen und den Prager Bauten wahrgenommenen Charakter finden wir auch sonst bei den zahlreichen Bauten des östlichen Böhmens. Frühzeitig mit gothischen Formen vermengt erscheinen hier Renaissancemotive bei einigen kirchlichen Bauten, wie zum Beispiel an den einander verwandten Portalen der Katharinenkirche in Chrndim und der Petri- und Paulikirche in Caslan. Für die profane Baukunst waren die baulichen Unter- nehmungen des reichen Stammes der Pernsteine im östlichen Böhmen tonangebend. Zur Zeit als italienische Werkleute in königliche Dienste berufen wurden, waren schon einige wälsche Steinmetzer bei den Bauten des Herrn Johann von Pernstein beschäftigt. Zu diesen gehört zunächst das Schloß zu Pardubitz, welches sein Äußeres und einige interessante Einzelheiten noch erhalten hat. Die Details des im Jahre 1529 entstandenen und im Jahre 1541 unter Johann von Pernstein aufgerichteten Portals des Pardubitzer Schlosses zeigen ein sonst ziemlich seltenes Bestreben nach besonderem Reichthum der Formen nnd lassen hierbei den Einfluß der deutschen Renaissance erkennen, aber der Bau selbst mit seinen Giebeln und den Hofarkaden gehört der unter dem Einfluß italienischer Meister stehenden Baurichtung an. Dies ist vollständig der Fall bei dem gewaltigen, von dem „prachtliebenden" Vratislav von Pernstein im dritten Viertel des XVI. Jahrhunderts erbauten Schlosse zu Leitomischl, welches sein ursprüngliches Äußeres im Großen und Ganzen erhalten hat und in seiner Anlage, den Hofarkaden, der luftigen, dem Schloßpark zu sich öffueuden Loggia, in seinen Bossagen des Portals, gleich dem Schwarzenbergschen Palais in Prag, den in Böhmen üblichen Typns trägt. Die dem Hofe zugekehrten Wandflächen sind über und über mit reichem figuraleu Sgraffitofchmuck verziert. In dem gegenwärtig dem Verkehr entrückten stillen Winkel des Erlitzgebirges reihen sich zu Leitomischl kleinere Renaissanceschlösser an: das reizende, quadratisch augelegte, mit Hofarkaden versehene gräflich Bnbna'sche Stammschloß zu Doudleb; Schloß Castolowitz, welches iu einem Flügel noch ursprüngliche, aus reichem alteu Tafelwerk bestehende Renaissancedecken trägt; Schloß Opocno mit seinen schlanken Hofarkaden und viele andere. Auch bei bürgerlichen Bauten ist man bestrebt eine gewisse Pracht zu entfalten.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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