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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 294 -
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294 Gar schüchtern treten die Renaissanceformen auf in den Bauten zu Pardubitz, welches, im Jahre 1524 nahezu gänzlich eingeäschert, unter der Ägide der Herren von Pernstein sich rasch erholte. Das Wahrzeichen der Stadt, der hohe grüne Thurm mit oberhalb des Einfahrtthors augebrachten Giebeln, wurde im Jahre 1534 von einem heimischen Steinmetz Paul erbaut. In der benachbarten alten Kreisstadt Chrudim bezeugen zwei reizende, in der jetzigen Apotheke befindliche Portale mit dem Wappen der Herren von Pernstein, daß auch hierher die Einflüsse ihres künstlerischen Schaffens drangen, und das interessante Mydlar'sche Haus mit seinen der Gasse zugekehrten Loggien und dem bizarren minaretähnlichen Thurme, im Jahre 1573 von dem reichen Bürger Matthäus Mydlär erbaut, ist anscheinend unter dem Einfluß des Leitomischler Schloßbaues entstanden. Auch in der alten Bergstadt Kuttenberg, wiewohl ihre Glanzperiode so ziemlich vorbei war, hat die Renaissance ihre Spuren, wenn auch nicht in bedeutenden Bauten, so doch in einigen reich ausgestatteten Portalen hinterlassen. Wie in dem östlichen Böhmen der Stamm der Pernsteine, standen die Rosenberge mit den stammverwandten Herren von Neuhaus in Südböhmen an der Spitze des künst- lerischen Schaffens. Das unstreitig anziehendste Baudenkmal, welches zur Blütezeit der Renaissance in Südböhmen entstand, ist der unter Joachim und Adam von Neuhaus erfolgte Neubau des altehrwürdigen Stammschlosses Neuhaus. Das Nebeneinanderbestehen der aus verschiedenen Perioden stammenden Partien, welche sich äußerst malerisch gruppireu, die herrliche Lage, die Spuren einstiger Pracht und das Sagenhafte, welches sich an diesen Stammsitz eines längst ausgestorbenen Magnatengeschlechtes knüpft, verleiht dem nun nahezu verlassenen Schlosse einen eigenthümlichen Zauber. Die der Renaissanceperiode ungehörigen Partien grnppiren sich um den dritten Hof des Schlosses, welcher in seiner Mitte den prächtigen schmiedeeisernen Brunnen trägt; hier in den Arkadengängen hat sich einst das bunte Leben eines Herrensitzes in voller Pracht entfaltet. Im Innern hat sich noch Manches aus dieser Zeit erhalten, hier das Tafelwerk der Decke, dort eine elegant gearbeitete Thüreiufassuug, da ein prächtiger wälscher Kamin. Die Bauten wurden bereits unter Joachim von Neuhaus in Angriff genommen, aber erst von Adam von Neuhaus mit vollem Eifer fortgesetzt. Die Leitung des Baues wurde 1580 einem wälschen Maurer, Balthasar Majo, welcher, auch Meister Balcar genannt, gleichfalls bei anderen Bauten Südböhmens, beispielsweise in Krumau und Bechyn betheiligt erscheint, übertragen. Ihm folgen Johann Maria Faconi, Anton Melana und Anton Eometa bald nach. Ein reizendes Werk der Spätrenaissance ist das an der Südseite errichtete „Lusthaus", eine kleine Rotunde, außen mit Fensteröffnungen, Pilastern, Nischen und malerischen Giebeln, innen mit reicher Stuckdecoration verziert. Der Bau wurde in den Jahren 1591 bis 1597 von Faconi und Eometa unter Zuziehung einheimischer Künstler und Handwerker durchgeführt.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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