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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 298 -
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288 viele Andere werden hier seßhaft und errichten eine große Anzahl von Häusern für die Bürgerschaft Pilsens, nnd indem sie selbst bald zu derselben zählen, für eigenen Bedarf oder förmlich auf Spekulation. Die Baulust concentrirte sich auf und nm den geräumigen Ringplatz, auf welchem sich aus der Mitte gleichartiger Gebäude das gewaltige Rathhaus erhob. Dasselbe ist in den Jahren 1554 bis 1556 unter Leitung der Stadtväter von Meister Johann de Statia erbaut worden. Auch zahlreiche Schloßbauten der Reuaissancezeit hat das westliche Böhmen auf- zuweisen, von welchen wohl das westlich von Pilsen gelegene Bischofteinitz und das nördlich liegende Schloß Kacerov die wichtigsten sind. Das Schloß zu Bischofteinitz, nach dem Jahre 1547 erbaut, schließt sich gänzlich an die Bauweise des gegenwärtigen Schwarzenberg'schen Palais in Prag an; es ist auch von demselben Bauherrn errichtet worden, Johann von Lobkowitz, welcher durch seine Baulust zur Ausgestaltung der Renais- sance in Böhmen viel beitrug. Auch als Oberstburggraf des Königreiches Böhmen ließ Johann von Lobkowitz seine Baulust walten, indem er im Jahre 1555 das sogenannte alte Burggrafenamt in Prag durch Meister Ventura umbauen ließ. Die Richtung der Lobkowitz'schen Bauten ist durch einen anderen gewaltigen Bau- herrn, durch Florian von Griespeck (gestorben 1588), den Erbauer der Schlösser vou Kacerov und Mühlhausen (Nelahozeves), weiter entwickelt worden. Bei dem Bau vou Kacerov hatte sich Griespeck der italienischen Meister, welche in Pilsen ansässig waren, bedient; auch ist der Bau nahezu mit jenem des Pilsener Rathhauses gleichzeitig. Um 1550 wurde schon daran gebaut und ein prächtiger wälscher Kamin im Innern des Schlosses trägt die Jahreszahl 1552. Der Bau des am Abhang über der Moldau sich erhebenden Schlosses Mühlhausen wurde wohl bald uach dem Jahre 1558, in welchem Florian Griespeck Eigenthümer der Herrschaft geworden, in Angriff genommen und nach dem Tode Florians von seinem Sohne Blasius fortgesetzt. Noch im Jahre 1614 wurde an der künstlerischen Ausstattung einiger Bautheile unter Blasius und seiner Gemalin Sofia von Bubna gearbeitet. Gleich Kacerov lagert sich der Bau um eiueu quadratischen Hof herum, welcher mit seinen Portalen und Arkaden überaus malerisch wirkt. Sonst war das Äußere mit Sgrasfiten, die Jnnenränme mit Steinmetz- und Stuccaturarbeiten, Fresken, Vertäfeluugeu äußerst glänzend ausgestattet; in mehreren der Räume, welche lange Jahre ganz öde dastanden, haben sich noch Spuren einstiger Pracht erhalten. Von anderen Bauten Mittelböhmens schließen sich das von Mühlhausen westwärts gelegene Martinitz'sche Schloß Smecna und ein Schloßflügel in der nördlicher liegenden alterthümlichen Stadt Melnik der üblichen Richtung der böhmischen Renaissance an. Im Norden Böhmens trifft man bedeutendere Bauwerke der Renaissancezeit selten,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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