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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 306 -
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306 Loragho den Carmeliterconvent in der Altstadt; auch die anstoßende Gallikirche erhält zu dieser Zeit ihre gegenwärtige Ausstattung. Orsini, welchem wohl ein bedeutender Antheil an der Entwicklungsgeschichte des Barocks in Böhmen zugestanden werden muß, starb in Prag im Jahre 1680. In seinem College» Martin Loragho stellt sich uns ein Mitglied einer weitverzweigten Baumeisterfamilie vor, welche schon in der ersten Hälfte des XVII. Jahrhnnderts in Böhmen auftaucht und gleich den Canevallis, Palliardis uud Anderen sich vollständig natnralisirt und tief hinein in das XVIII. Jahrhundert wirkt. Im Verein mit Marti» hat ein Carlo Loragho die Jgnazikirche in Breznitz erbaut; letzterem öffnet sich in Prag selbst sowohl in der kirchlichen als auch der Civil- architektur ein weites Feld. Als Ingenieur leitete er im Jahre 1659 bis 1660 die nach dem dreißigjährigen Kriege sich als nöthig erweisenden Festungsbauten zu Prag uud erbaute gleichzeitig das sonst schlichte Lobkowitz'sche Palais auf der Prager Burg. Sein bedeutendstes Werk ist aber die Franciscuskirche bei den Kreuzherren in Prag, welche in den Jahren 1679 bis 1688 unter dem verdienstvollen Prior Georg Jgnaz Pospichal errichtet wurde. Es ist eine der wenigen Kirchen jener Zeit, welcher nicht eine ältere Anlage zu Grunde liegt; diesen Umstand hat der Meister wohl ausgenützt und die Kirche in einer von dem Herkommen total abweichenden Weise angelegt. Als Basis wählte er ein gleicharmiges Kreuz, über dessen Vierung sich die Kuppel erhebt. Das Errichten von Kuppeln bei Kirchenbauten wird immer mehr und mehr beliebt; so erhält die vom Grafen Wenzel Michna von Weitzenhofen gegründete Maria Magdalena- kirche auf der Kleinseite (gegenwärtig Gendarmeriekaserne) eine Kuppel und eine ähnliche wird auf Kosten seines Vaters Paul im Jahre 1649 auf der St. Salvatorkirche in der Altstadt errichtet. In der Folge gehört die Kuppel zu den unerläßlichen Bau- gliedern, und wo die nöthigen Fonds nicht vorhanden waren, um sie zu errichten, sucht man wenigstens im Innern durch perspektivische Freskomalerei den Schein einer solchen hervorzurufen. Die Kuppel der Kreuzherrenkirche ist auf kreisförmiger Basis coustruirt, während bei den früheren die achteckige Form vorherrscht; der Tambour bekommt außeu durch gekuppelte jonische Säulen eiueu früher ungewohnte!? Schmuck. Im Gauzeu bietet diese Kuppel, welche dem maßvoll gehaltenen Bau zur besonderen Zierde gereicht, die glücklichste Lösung, welche in dieser Richtung das XVII. Jahrhundert in Böhmeu aufzuweisen hat. Während die Fa^ade der Kreuzherrenkirche einfache Behandlung aufweist, wird ihr bei andere» Bauten besondere Sorgfalt gewidmet. Die Fa^ade der Saucta Maria de Vietoria auf der Kleinseite, jene der ehemaligen Paulanerkirche am Altstädter Riug, wo gegenwärtig das k. k. Bergamt untergebracht ist, die St. Jvsephskirche ans der Älein- seite, welche im Jahre 1692 vollendet, durch mächtige rusticirte Säulen gegliedert wird,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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