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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 314 -
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314 zu können. Noch vor der Vollendung dieser Kirche wurde das Couvictgebäude mit der Bartholomänskirche uud das Conventgebände der Benediktiner bei St . Niklas in der Altstadt in Angriff genommen und in raschem Tempo folgen in den Dreißiger-Jahren St. Nepomnk an der Skalka in Prag und die Magdalenenkirche in Karlsbad, die Borromäuskirche mit dem Eineritenhause in Prag, die Necoustruetion der Ägydikirche dortselbst, die gegenwartig russische Kirche bei St. Niklas iu der Altstadt Prag und nebstdem Kircheu in Nieov, Prestitz, Roeov und vielen anderen Orten. Der Ban der St. Niklaskirche auf der Kleinseite nahm sein ganzes thätiges Leben in Anspruch uud wurde kurz vor feiuem Tode im Jahre 1752 uuter Leitung seines Poliers Mandelik vollendet. Durch die herrliche Kuppel zu St. Niklas, welche an Größe und Reichthum ihren bedeutendsten Vorgänger, jene der Kreuzherrenkirche übertrifft, hat sich Dienzenhofer ein bleibendes, der Kleinseite als Wahrzeichen dienendes Denkmal gesetzt. In der auf seinen Vater zurückgehenden Anlage der Niklaskirche wird das Grundschema der Jesniten- banten beibehalten, aber welcher Abstand liegt da zwischen dem kahlen Äußeren der ersten Jesnitenkirche bei St. Salvator und der opulenten Seitenflucht von St. Niklas; nnr die Doppelreihe der übereinander gestellten, der inneren Eintheilnng entsprechenden Fenster bildet das Gleichartige beider Bauten. Sobald es Dienzenhofer beschieden war, einen Ban selbst zu entwerfen, vermied er gänzlich das Langhaus uud wählte mit Vorliebe die Centralanlage. Seine bedeutendste Leistung ist in dieser Richtung die Niklaskirche iu der Altstadt, welche gleichfalls eiue Kuppel erhielt. Hier, sowie auch auf jedem anderen gegebenen Raume weiß er sich einzurichten und das Terrain zu interessanten Lösungen oder zur wirksamen Anordnung des Äußeren auszunützen. Treppen, Geländer, Parapette bieten ihm in solchen Fällen, wie bei Maria Loretto am Hradschin, bei St. Nepomnk an der Skalka willkommene Mittel, nnd das malerische Gesammtbild läßt uns manchmal das Krasse nnd Unorganische, das auch bei seinen Bauten nicht selten vorkommt, vergessen. Die Kunst Dienzeuhosers steht vorzugsweise im Dienst der Kirche, doch war sein Einfluß aus die Entwicklung des Palastbaues und des bürgerlichen Hauses gewiß eiu bedeutender. Schon die verschiedenen Conventsgebäude waren in dieser Richtung maß- gebend; außerdem werden ihm Entwürfe zn Palästen, als zum Palais Piceolomiui, uuu Nostitz am Graben, und des Palastes Golz, gegenwärtig Kiusky, zugeschrieben. Beide Bauten wurden von Anselmo Loragho vollendet, welchem wohl die Ausbildung der Fanden zuzuschreiben ist. Iu denselben, insbesondere in jener des Palais Kinsky, komme» schon die Formen der Rocoeoperiode zur Sprache und dieselben treffen wir anch in der angeblich von Loragho errichteten, hinter dem Thore Seamozzi's befindlichen Einfahrts- halle und Treppe der königlichen Burg am Hradschin.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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