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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 324 -
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324 aus Bruchsteinen und Erde aufgeworfenen Wall und Graben umschlössen wird. Während hier das innerhalb der Umwalluug befindliche Wohngebäude von Holz ausgeführt war, erscheinen auf dem im Jahre 1263 erwähnten Nons oder Lastrum v^rislai (Berg Hradec oder Hrady bei Vagau, auf der Generalstabskarte irrthümlich Vrata) Manerreste aus lose aneinander gereihten, aber behauenen Steinen. Auf dem im XVI. Jahrhundert Alt-Riesenberg benannten Berge Prikopy (bei Neugedeiu) bemerkt man schon den Übergang von den eben geschilderten zu den späteren Burgen, indem hier die Vorburg von der Hoch- burg getrennt ist und letztere von einem dreifachen steilen Steinwall umschlossen ist. Obgleich der Jnnenraum nur ein kleines hölzernes Gebäude fassen konnte, wollte man doch diese Stätte zu einem husitischeu Lager stempeln. Es sei hier auch die interessante Burgruine am Berge Tremslu (bei Rozmital) erwähnt. Hier findet man ein ganzes System von eingegangenen Steinwällen mit einer etwas tiefer gelegenen Umwallung des Brunnens und in die alten Steinwälle wurde mit theilweiser Benützung derselben als Unterlage für Holzbau das Mauerwerk einer späteren Burg hineingebänt. Die im XVI. Jahrhundert benannte Beste Hrochüv-Hrädek (heute Hrad bei Gutwasser, Umgebung von Breznitz) ist auch in die Ecke einer älteren Umwallung hineingebaut. Die Regierungszeit Wenzels I. (1230 bis 1253) bedeutete in dem socialen Leben der damaligen Zeit einen gewaltigen Umschwung. Mit aller Kraft machten sich westliche Ein- flüsse geltend, welche von dem beweglichen Geiste des böhmischen Volkes rasch erfaßt und angeeignet wurden. Der Adel, der sich mehr und mehr der Gewalt des sorglosen und verschwenderischen Herrschers entzog, machte sich die Lockerung der obersten Gewalt zu- gute und baute fleißig neue befestigte Wohnsitze nicht mehr als Vertreter des Herrschers, sondern oft als Gegner desselben und gewöhnlich als herrschender Dynast der Umgegend. Baiern und Franken gaben, sowie in anderen Sachen im X. Jahrhundert, den Impuls zu umgreifenden Änderungen im Burgenbau. Wer nur immer konnte, wollte eine Bnrg nach westlichem Muster haben, nud um in Allem den deutschen Dynasten gleich zu sein, mußte sie auch einen deutschen Namen bekommen. Die baierisch-sränkischen Benennungen Sonnenberg, Königsberg, Waldek, Wolsstein, Hohenberg, Ramesberg, Engelburg, Fraueuberg, Fuesperg, Cornburg, Sternberg, Klingenberg, Landesberg, Potenstein und andere kehren in Böhmen wieder nnd werden deu neuen Anlage« mitunter ohne wirkliche Veranlassung beigelegt. Manche von ihnen erscheinen als schlechte Übersetzungen oder Anlehnungen an bisher geltende slavische Benennungen, wie z. B. Klingenberg statt Zvekov (zvuk — Klang), Schreckenstein (Skrekov), Zampach (Sandbach — Pisecnä), Vogelhaus (Kletce), Rauchenberg (Kaurim). Manche Namen sind vielleicht selbständig im Lande entstanden oder durch die Baumeister ersouueu worden, sie wurde» aber sehr beliebt, wie z. B. der Name Rieseuberg (—bürg), welcher einigemal auftritt. Nach Personell erhielten
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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