Seite - 326 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Bild der Seite - 326 -
Text der Seite - 326 -
326
ihre Benennungen: Petersburg, Bischofsberg (Geiersberg), Berkenstein, Pirkenstein
und Grasenstein, nach dem Wappen der Gründer: Rosenberg, Sternberg, Hasenburg,
Lemberg (Löwenberg), Schwanberg, Ronburg, Fuchsberg, Ramsberg (Ronsperk), nach
Örtlichkeiten: Seeberg uud Hohenberg. Während bei diesen nur der deutsche Name, weun
auch verstümmelt, im Gebrauch verblieb, bekamen manche Burgen Doppelnamen, da das
Landvolk bei seiner Benennung beharrte; so Sperliugstein (Brabinec), Scharsenstein
(Ostry), Berkenstein (Slonp), Helseuburg (Hrädek), Hasenburg (Klepy), Michelsberg
(Michalovice), Rothenburg (Cervenä horä), Katzenstein (Skaly), Sommerburg (Ronovec),
Pechburg (Smolin), Bettlern (Zebrak), Gans (Hus), Psraumberg (Primda), Frauenberg
(Hlnbokä), Blankenstein (Blansko), Karlskrone (Radyne). Die Könige selbst huldigten
diesem Gebrauche. Wenzel I. beuauute seiue Sitze deutsch, wie zum Beispiel Augerbach
(Teyrov), Bürgleins (statt Hradek) und Miesenburg (Nischburg bei Beraun). Die bisherigen
königlichen Burgen Zvikov, Primda, Hlnbokä, Loket erhielten die deutschen Benennungen
Klingenberg, Pfreimtberg, Frobnrg und Elbogen, und drei neue Anlagen wurden von
seinem Sohne Ottokar Landeswart (Brüx), Landsberg und Landskron benannt. Auch
Karl IV. benannte seine Aulagen Karlstein, Karlsberg, Karlskrone und Karlshaus deutsch.
Den letzten deutschen Namen erhielt die in den Jahren 1431 bis 1436 gebaute Burg
Neu-Schöuburg bei Klösterle, denn fortan begnügte man sich mit dem Namen, welchen das
Volk der Örtlichkeit vor der Gründung beilegte. Indessen behielten viele Burgen wie
Okor, Budiu, Raudnitz, Tetschen, Teplitz, Leipa, Roll, Habichtstein, Kostenblatt, Devin,
Krakowec, Tocnik, Zirotin, Skala, Podebrad, Nachod, Velhartitz, Kokorin, Lititz und
andere ihre ursprüngliche» slavischen Benennungen.
Die Anlage der älteren Steinburgen war eine einfache. Die Hauptsache bei
ihnen waren der Berchfried und die Ringmauern und was sich nebenbei als nothwendig
erwies, wurde an passenden Stellen angebaut. Obwohl die neue Befestigungsart dem
Westen entnommen war, so lehnte man sich doch in der Anordnung der einzelnen Theile
an die alten Wallburgen an. Auch die Vorliebe sür Holzbauten verschwand nicht gänzlich
und regelmäßig wurden die oberen Theile von Thürmen und Wohngebäuden, sowie
Ringmauern vou Holz aufgeführt. Am Karlstein waren sogar die zu obcrst gelegenen
Gemächer der Kaiserin von Holz. Die im Westen beliebten Zinnen und Bekrönnngen
kamen in Böhmen nnr selten vor und manche von ihnen, die man jetzt noch erblickt, sind
spätere Zuthaten. Sicherheit und genügende Vertheidignugskraft waren bei der Gründung
der Bürge» das Hauptziel, uud kouutc man hierbei auch etwas für die Bequemlichkeit thuu,
so wurde dies als angenehme Beigabe angenommen. Es ist indessen schwierig, in dieser
Beziehung das älteste System ganz genau zu erkennen; denn erstens verschwanden alle
Zuthaten und Znbaute» vou Holz uud zweitens repräsentirt selten eine Burg eine eiuzige
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Böhmen (2), Band 15
- Titel
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Untertitel
- Böhmen (2)
- Band
- 15
- Herausgeber
- Erzherzog Rudolf
- Verlag
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Ort
- Wien
- Datum
- 1896
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 16.07 x 22.35 cm
- Seiten
- 708
- Schlagwörter
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Kategorien
- Kronprinzenwerk deutsch