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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 328 -
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328 ihrer Anlage sind auch die beiläufig zu Anfang des XIV. Jahrhunderts erbanten Burgen Geiersberg (bei Graupen) und Hirschenstein (Alt-Herstein bei Ronsberg), welche Eigen- thum des Prager Bisthums wurden. Auch bei ihnen sind Thurm und Ringmauern die wesentlichen Bestandtheile. Dies kann man auch bei der hochgelegenen Burg Ralsko (am Rollberg bei Meines), dem nur aus zwei Thürmen uud Ringmauer bestehenden Hammer- stein bei Neichenberg und der einfach angelegten Burg Michalovitz bei Jnngbunzlan beobachten. Trotz dieser nüchternen Anlage wurde jedoch das Terrain zur Erzielung der möglichst größten Sicherheit vollständig ausgenützt. Schmale Bergzungen wurden einigemal mit Gräben durchschnitten und wo es sonst thunlich war, der Zugang in das Innere verlängert. Man gab steilen Höhen den Vorzug, weil dann die eigentliche Befestigung rasch und billig erzielt werden konnte. Die hochgelegene Burg Alt-Seeberg (oberhalb Eisenberg) war von drei Seiten unzugänglich und wurde nur von einer Seite nach fast einstündigem Wege erreicht. Dieses war aber schon zu Anfang des XIV. Jahrhunderts den keineswegs verweichlichten Besitzern doch ein gewaltiges Opfer für die angebliche Sicherheit, es wurde daher ein Nen-Seeberg (nun Rothenhaus) tief unter dem Seeberge, aber dennoch in geschützter Lage gegründet. Die Ruine Wolfstein bei Tschernoschin mit ihrem eigenthümlichen, sicher aus dem XIII. Jahrhundert stammenden Wartthurm steht in ihren steinernen Resten so beiläufig, wie sie im XV. Jahrhundert verlassen wurde. Auch bei ihr ist die ursprüngliche Anlage ziemlich einfach. Der Pirschenstein (bei Klösterle), der Scharfenstein (bei Bensen), Pirkstein zu Rataj, der Talmberg (in der Nähe davon), Bradlee und Knmbnrg (bei Jicin), Krenovitz (bei Ledetsch), Herrenstein (bei Nengedein) nnd der Tollenstein bei Rumburg sind sämmtlich Burgen aus dem XIII. oder den ersten Decennien des XIV. Jahrhunderts, mitunter in ihren Befestigungen weitläufig, aber dennoch von einfacher Anlage. Sieht man aber die Reste der Wohngebäude zu Bösig. Pisek, Klingenberg und Bürglitz, welche der Ottokar'schen Bauperiode entstammen, so bemerkt man gleich, daß man an königlichen Pfalzen auch Kunst und Pracht entwickeln wollte und entwickelte. Zu den ersten Burgen gehören auch einige Doppelburgen, das sind solche, in denen es zwei Mittelpunkte der Vertheidigung gab. Ein herumreisender Baumeister mag in der zweiten Hälfte des XIII. Jahrhunderts die drei Doppelburgen Rosenberg, Riesenbnrg und Hasenbnrg erbaut haben. Bei allen dreien ist der Mittelpunkt der großen leeren und allenfalls nur mit Holzbauten bedeckten Vorburg ein hoher massiver Rnndthnrm, während ein viereckiger Berchsried den Kern der oberen oder Hinteren Burg bildet. Rosenberg hatte sogar zwei'Burggrafen, von denen der eine auf dem „größeren", der andere aus dem „kleineren Haus" bestellt war. Ähnlich ist die Anlage der überaus malerisch gelegenen, aber gauz verfallenen Burg Nistejka bei Hochstadt.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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