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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 344 -
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344 Wenn wir das damalige Bestreben als Banwnth bezeichnen, so soll sich dieser Ausdruck keineswegs auf die eben berührten Schloßbauten, sondern lediglich auf die geschmacklose Ummodeluug älterer Bauwerke, wie sie ja auch in der Gegenwart vorkommt, beziehen. Am meisten wurde an Neuhaus gesündigt. Diese großartige, im XIV. und XV. Jahrhundert mit entsprechendem Kunstanswande erbaute Burg unterlag mit seinem Hauptgebäude (der sogenannten Heinrichsburg) und dem daran stoßenden Hunger- thurm einer Übertüuchung in italienischer Manier, glücklicherweise ohne Verletzung der inneren, im edlen gothischen Stil gehaltenen Räume. Da letztere für die Hofhaltung Adams von Neuhaus nicht genügten, wurden in den Jahren 1580 bis 1596 neue Zubauten hinzugefügt. Diese (leider im Jahre 1773 dnrch eine Feuersbrunst verwüsteten und theil- weise öden) Räume sind an und für sich ein einheitliches Kunstwerk im edlen Stil, Harmoniren aber keineswegs mit dem gothischen Stock, an den sie angebaut sind. Ihre innere Ausstattung, noch in Resten erhalten, zeigt von Prachtliebe und Geschmack, ebenso wie der benachbarte Gartensalon, welcher sämmtliche der adeligen, damals beliebten Lusthäuser an kunstvoller Ausstattung übertraf, dermal aber blos als Kuust- reliquie sein Dasein fristet. Auch die von den Nosenbergeu bereits im XV. Jahr- hundert durch Zubauten erweiterte Burg Krumau hat zweimal bedeutenden Umbau erlitten, doch zeigt die Bauthätigkeit Wilhelms von Rosenberg ein viel schöneres Resnltat als diejenige der Eggenberge um ein Jahrhundert später, da diese eine bloße Uniformirnng im Kasernenstil bezweckte, während Wilhelms Schöpfung, das am Felsen stehende zierliche Gebäude mit dem anstoßenden, ebenfalls zierlich ausgebauten Rundthurm zu den schönsten Partien des jetzigen Krumauer Schlosses gehört. Einige Schlösser, welche damals umgebaut wurden, sind noch vollständig erhalten sowohl in ihren älteren Theilen, als auch iu den von italienischen Meistern hinzugefügten Gebäuden. Wir nennen das hochgelegene schön gebaute Schloß Opocno, eine Schöpfung der Familie Trcka, das imposante Schloß Nachod, ein Werk der Smiricky, die Rnine Koschnmberg bei Luze, in die von den Slavatas ein Renaissanceflügel hineingebant wurde, Altenburg bei Libau, von dessen älteren Gebäuden nur die Burgkapelle steheu geblieben ist, die Ruiue Zerotin bei Jungseruteinitz, das Schloß Zumberg bei Nassaberg, endlich die Ruine Ruppau bei Prestitz, in deren hohem Schlot ein ganzes Vermögen in Ranch aufging. Auch das malerisch gelegene Schloß Tetschen hat damals durch die Ritter von Bünan und durch späteren Umbau nichts Bnrgenähnliches behalten als nur den steilen Felsen, von dem es sich in den Wellen des Elbestroms abspiegelt. Klingenberg wurde durch einige neue Gebäude erweitert, so daß die einzelnen Theile der ausgebreiteten Burg aus einigen Jahrhunderten stammen nnd sich darnach auch leicht unterscheiden lassen.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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