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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 345 -
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345 Die in den letzten zwei Jahrhunderten entstandenen Schlösser sind geräumige, häufig einen Hof umschließende Gebäude, welche schon durch ihr Äußeres, die zahlreichen Fenster, so wie auch durch die Flucht der zahlreichen Zimmer ihren Zweck bekunden, dem Besitzer, seiner Familie und der zahlreichen Dienerschaft ein bequemes Heim zu bieten. Manche imponiren durch ihre Masse, manche werden durch die zierliche Ornamentik im Barockstil des XVII. Jahrhunderts anziehend. In ersterer Beziehung verdient das mehr in technischer Vollkommenheit als edlem Stil erbaute Schloß Rauduitz sicherlich den ersten Platz. Wenzel Eusebius Fürst von Lobkowitz, der franzosenfreundliche Minister Leopolds I., ließ es in den Jahren 1652 bis 1677 an Stelle der bisherigen Burg aufführe«; der Baumeister war Antonio Porta, von dem auch die Schlösser in Libochowitz und Bilm, so wie auch das Schlößchen Radic (bei Selcan) herstammen. Das Anwachsen des Stammvermögens einzelner Adelsfamilien, das mit der während des dreißigjährigen Krieges stattgehabten Commassation kleiner Landgüter zusammenhing, begünstigte großartige Bauten. Zu den größeren und mittelgroßen Anlagen dieser Periode gehören die Schlösser Zeleuä Hora, HorazLowitz, Rothenhaus, Eisenberg, Wartenberg, Chronstowitz, Zamrsk, Weißwasser, Schwaden, Benatek und Kolodej. Fast alle entstanden auf älteren Anlagen mit theilweiser Benützung der bisherige» Bestandtheile. Zu Ende des XVII. und zn Anfang des XVIII. Jahrhunderts entwickelte eine rege Bauthätigkeit der gebildete Sonderling Graf Franz Anton von Sporck. Auf dem auf der Herrschaft Maleschov liegenden Berg Wysokä erbaute er das neue Lusthaus Belvedere mit St. Johauueskapelle uud Eremitenwohuuugen (1697). Das bisher noch burgen- ähnliche Schloß Lissa wurde von ihm fast ganz umgebaut und erhielt seine jetzige Gestalt. Unweit davon entstand auf einem von der Herrschaft Benatek angekauften Berge das Lustschloß Von repc»s (1718), woselbst der jagdlustige Herr den Freuden des Vogelfanges oblag. Auf der Herrschaft Gradlitz gründete er das Bad Kukus mit Herrenwohnung und verschönerte die Umgegend auf die damals beliebte originelle Weise. Das alte Schloß zu Konojed wurde bereits im Jahre 1699 in ein Spital verwandelt, aber dafür ein neues Jagdschloß in Ober-Algersdorf erbaut (1700). In der Nähe dieser Sitze entstanden neue Kapellen, die damals beliebten Eremitagen und nach französischer Art angelegte Spazier- gänge, doch haben die meisten dieser Gründungen sich nicht lebensfähig erwiesen. Unter den Schloßbauten jener Zeit hatte das neue Schloß zu Mostek die kürzeste Dauer. Es wurde im Jahre 1724 von der Gräfin Maria Theresia von Tranttmansdorfs, in zweiter Ehe vermälten Gräfin von Rottal oberhalb der Stadt Brandeis a. A. in Ermanglung eines passenden Wohnsitzes auf der Herrschaft gegründet. Der kunstvolle, von dem Architekten Donato Allio mit dem Maurermeister Douato Morazzo aufgeführte Bau war schon ziemlich vorgerückt, wurde aber plötzlich eingestellt, als der junge Graf Franz Norbert von
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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