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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 347 -
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347 Malerei und Plastik im Mittelalter. Mit dein Eindringen und der Verbreitung des Christenthums in Böhmen vollzog sich ein Umschwung auf dem Gebiete der Architektur, der allmälig auch Plastik und Malerei berührte. Allein gegenüber der Zahl romanischer Baudenkmale verschwinden nahezu die durch die Ungunst späterer Jahrhunderte stark zusammengeschmolzeneu Überreste, welche auf den Grad der Kunstfertigkeit in der Handhabung des Meißels und des Pinsels während der romanischen Epoche schließen lassen. Diesen Verlust gleichen theilweise zuverlässige Nachrichten über verhältnißmäßig frühe Künstler und Leistungen derselben aus. Gewiß ist, daß auch in Böhmen anfangs die Übung dieser Künste in den Händen der Geistlichkeit und insbesondere der um die Hebuug der Wissenschaft und Cultur so hochverdienten Benedietiner ruhte. Unter der Regierung Vratislavs U. stand an der Spitze des von dem Landespatron Prokop gegründeten Klosters Sazava die interessante Künstler- persönlichkeit des Abtes Bozetech, der nicht nur den 1095 vollendeten Erweiterungsbau der Klosterkirche aufs prächtigste ausstattete, sondern auch geschickt zu malen, Stein und Holz für plastische Zwecke zn bearbeiten und in Bein zu drechseln verstand. Auch nach ihm blieb Sazava ein gerade für die Ausübung der Malerei und Plastik nicht unwichtiger Ort. Denn der als Bozetechs Nachfolger eingeführte Brevnover Propst Diethard (1097 bis 1133) schrieb nicht blos selbst gottesdienstliche Bücher, sondern nahm auch zur Herstellung solcher mit Bilderschmuck gezierten Werke besondere Schreiber auf. Abt Sil- vester (1134 bis 1161) ließ das Kloster mit Gemälden schmücken uud dem aus Metz stammenden Künstlerabt Reginhard rühmt der Chronist von Sazava die Fertigkeit zu malen, aus Holz, Beiu oder verschiedenartigem Metall Statuen anzufertigen, Glasmosaik zusammenzusetzen, kurz jede Übung des Kunsthandwerkes nach. Wie in Sazava war es auch iu anderen Klöstern Böhmens bestellt, denn mancher aus Zwifalten nach Kladrau wandernde Benediktiner, mancher aus dem Rheingebiet zugezogene Prämonstratenser uud mancher aus fränkischen Ordenshünsern berufene Cistercieuser stellte die Kunstfertigkeit seiner Hand in den Dienst des Hauses, bei dessen würdiger Ausschmückung wie in anderen Ländern Plastik und Malerei Hand in Hand gingen. Die Wandmalerei gewann offenbar in der ersten Hälfte des XII. Jahrhunderts an Ausdehnung, da der Geschichtschreiber es bei der Augabe der 1129 uuter Sobeslav I. ausgeführten Restauration der Vysehrader Collegiatkirche für besonders erwähnenswerth hielt, daß der Fürst die Wände mit Malereien zieren ließ. Die aus dem XII. Jahrhundert stammenden Sculptureu an der Südseite und im Tympauoufelde der Kirche St. Jakob bei Kuttenberg, welche mehrere Heilige und den segnenden Christus darstellen, sind zwar derb und unbeholfen, aber besser als die beiden
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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