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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 373 -
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373 bedeutendste von allen hingestellt werden kann. Die heranbrechenden Kriegsjahre zer- streuen die Schaar uud beeinträchtigen auch die Thätigkeit des Meisters, welcher, um aus seiner Vaterstadt nicht scheiden zu müssen, hochbetagt zum katholischen Glauben über- trat und im Jahre 1631 starb. Ein Fach ist es, welches vorzugsweise von diesen Meistern der Landstädte geübt wird, das Herstellen von Epitaphien, welche das Andenken der Verstorbenen zu ehren bestimmt sind. In Friedhofkirchen, sowie ab und zu auch an den Wänden und Pfeilern der Hauptkircheu oder in den Saeristeien derselben aufgehängt, enthalten sie gewöhnlich auf Tod und Auferstehung bezughabende Darstellungen mit den knieenden Gestalten der Verblichenen. Selbst ein Spranger hielt es nicht unter seiner Würde, seinem Freunde Michael Peterle von Annaberg für die Stephanskirche in Prag ein Epitaphium zu malen, und schuf in dem gewaltigen, über den Tod trinmphirenden Christus eines seiner besten und ergreifendsten Bilder. Das Grabdenkmal, bald in Form einer Tnmba, bald als Epitaphium gestaltet, spielt auch iu der Entwicklung der plastischen Künste eine bedeutende Rolle. Die Tnmba- sorm, wie sie sich iu den Premyslidengräbern znr Zeit Karls IV. ausgeprägt, bleibt immer nur den Hohen und Höchsten vorbehalten. In die Mitte einer Kirche gestellt, entbehrt sie nicht, selbst bei einer weniger vollkommenen Durchführung, wie dies bei dem Grab- denkmal des Johann von Pernstein in der Kirche zu Pardubitz der Fall ist, eines würde- vollen Eindrucks. Zur vollendeten Durchbildung gelangt diese Form in dem glänzenden Mausoleum der Domkirche in Prag, welches auf Geheiß Maximilians II. von Alexander Eollin in den Jahren 1564 bis 1589 hergestellt wurde; ursprünglich für die Eltern Maximilians bestimmt, sollte es nur die Gestalten derselben tragen, aber nach dem früh erfolgten Tode Maximilians wurde auch seiue Porträtfigur deu auf der Tumba liegenden Gestalten zugesellt. Unter den zahlreichen Epitaphien aus Stein, die insbesondere im nördlichen Böhmen häufig vorkommen, findet man nicht selten ganz bedeutende Arbeiten, wie es zum Beispiel mit dem Grabmale Wolfs von Salhanfen vom Jahre 1589 in der Kirche zu Bensen, deu Sculptureu in Waltirsch, den Grabdenkmälern des Friedrich und Melchior von Redern aus den Jahren 1565 bis 1566, beziehungsweise 1610 in Friedland, den Epitaphien der Brozansky von Vresovitz vom Jahre 1583 und 1588 in der Kirche zu Brozan und anderen der Fall ist. Interesse erregen auch die in und neben der Martinitz'schen Kapelle der Domkirche iu Prag befindlichen Grabsteine der Herren Johann und Georg von Lobkowitz, von welchen ersterer laut eines im Jahre 1581 abgeschlossenen Vertrages von Viucenz Strasryba, Steinmetzen in Laim, welcher vor dem Jahre 1594 über der Arbeit starb, ausgeführt wurde. In diesen Arbeiten lernen wir Strasryba als einen der
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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