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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 397 -
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397 einzuwirken, indem er jenes Aetiennnternehmen, welches schon im vierten Jahre seines Bestandes aus Maugel an Theilnahme erlosch, gleich nach seinem Eintritt in die Gesellschaft patriotischer Kunstfreunde, im Jahre 1837, nach den von ihm vertretenen, noch jetzt geltenden Grundsätzen in den „Kunstverein für Böhmen" umgestaltete, dessen Geschäftsleitung ihm übertragen wurde. Als Leiter des „Kunstvereines für Böhmen" war Thun bemüht, auch auswärtige Künstler zu bewegeu, die von nun an regelmäßig zu Ostern beginnenden Prager Kunstausstellungen des Kunstvereines zu beschicken, was jedoch nur dann zu erreichen war, wenn dieselben Aussicht hatten, ihre Werke in Prag zu verkaufen. Es wurde daher in den von Thun verfaßten Statuten der Ankauf von Kunstwerken zur Verlosung grundsätzlich auch auf jene der auswärtigen Künstler ausgedehnt. Die wichtigste Bestinimnng in den Satzungen dieses neuen Kunstvereines war aber, daß ein Fünftel von dem jährlich eingezahlten Actiencapital znr Gründung des „Fonds zur Veranlassung öffentlicher Kunstwerke" verwendet werden sollte, der mit der Zeit eine ansehnliche Höhe erreichte. Aus den Mitteln desselben wurden seit 1847 die Wandmalereien im Ferdinand'schen Lustschlosse Belvedere, dann jene in der St. Raphaels-Kapelle des Klar'schen Blindeninstitntes, in der großen Apsis der Karolinenthaler Kirche und in der St. Anna-Kapelle der Prager Domkirche, sowie auch das Prager Radetzky-Mouumeut ausgeführt, endlich seit 1882 die Gemäldegallerie der Gesellschaft patriotischer Kunst- freunde durch Ankauf von Kunstwerken alter und moderner Meister vermehrt. Erst mit der Gründung des „Kunstvereines für Böhmen" beginnt — später als in den nachbarlichen Ländern — der von bestem Erfolge gekrönte Wetteifer der Prager Künstler, mit den unter günstigeren Verhältnissen schaffenden Kunstgenossen anderer großer Kunststädte gleichen Schritt zn halten. Das Resultat der ersten unter der Geschästsleitnng des Grafen Thun nach seinen Grundsätzen durchgeführten Kunstausstellung war ein so günstiges, daß aus dem Reinerträgnisse derselben den« Bildhauer Emanuel Max, welcher als erster Stipendist der Klar'schen Künstlerstiftung im Mai 1839 seine Römer-Reise antrat, 600 Gulden Conventions-Münze gewidmet werden konnten. Mit dem Eintreten des Grafen Franz Thuu in das öffentliche Kunstleben beginnt eine neue Periode, die Glanzzeit in der neueren Geschichte der bildenden Künste in Böhmen. Im Allgemeinen waren die Verhältnisse damals schon günstiger als zu Anfang des Jahr- hunderts. Hofrath M. Dr. Josef Hoser, Leibarzt Erzherzog Karls, ein geborener Böhme, übersiedelte mit seiner kostbaren, etwa 300 Gemälde zählenden Sammlung, welche vordem in Wieu Künstlern nnd Kunstfreunden zugänglich war, im Jahre 1844 nach Prag. Innige Liebe zu seinem Geburtsland vermochte den edlen Mann, noch bei Lebzeiten sich von seinem Schatz, welchen er vierzig Jahre lang mit feinem Verständniß und großen Opfern gesammelt hatte, zu trennen, um ihn zu einem „nützlichen Gemeingut der Nation" zu mache».
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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