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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 406 -
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406 welche Rüben von Prag nach Wien mitgenommen hat, ist Josef Mathias von Trenkwald als vornehmster Vertreter der kirchlichen Malerei in Österreich Führichs würdiger Nachfolger in dessen Kunstrichtung und seit 1870 in dessen Lehramt an der Wiener Akademie. Während Swoboda und Lanfberger seit jener Zeit, abgesehen von ihren Studienreisen, in Wien blieben, kehrte Trenkwald nach dreizehnjähriger Abwesen- heit, während welcher er einige Jahre in Italien gelebt und in der Gruftkapelle des Barou Revoltella zu Trieft das Leben des heiligen Pasqnale gemalt hatte, in seine Vaterstadt Prag zurück, um hier die Leitung der Kuustakademie zu übernehmen. Nachdem er noch die bereits in Angriff genommenen Malereien im Wiener akademischen Gymnasium vollendet hatte, übernahm er die Ausmalung der großen Apsis in der Karolinenthaler Kirche. Von Trenkwalds Ölgemälden besitzt Graf Desfonrs-Walderode „Die Schlacht bei Lipan", eines der ersten Werke, 1849 für den Vater des gegenwärtigen Besitzers gemalt, uud die kaiserliche Gemäldegallerie in Wien wohl sein bedeutendstes „Herzog Leopold des Glorreichen Einzug nach Wien nach seiner Rückkehr ans dem Kreuzzuge im Jahre 1219". Die Prager Gemäldegallerie besitzt den Carton zu dessen durch den Stich bekannten „Ablaßprediger Tezel". Edel in der Empfindung und von vollendeter Schönheit sind Trenkwalds Compositionen im Marienchor der Wiener Votivkirche, welche die Legenden der Marien-Gnadenorte Österreich-Ungarns darstellen, und seine Glasfenster in den betreffenden Kapellen daselbst. 1895 wurde der Künstler in den Adelsstand erhoben. Karl Swoboda (geboren 1826 zu Planitz, gestorben 1870 zu Wien) malte zumeist Geschichtsbilder. „Die besiegten Mailänder vor dem Kaiser Friedrich Barbarossa" war von der „Verbindung für historische Kunst" bestellt, vom Kunstverein für Böhmen als Theilnehmer derselben im Jahre 1868 gewonnen worden; durch diesen kam das Bild in die Prager Gemäldegallerie. Zu Karl Swoboda's bekanntesten Werken gehören: „Johanna von Castilien bei der Leiche ihres Gatten", „Die Gefangennahme des Knrfürsten Johann Friedrich von Sachsen", ferner „Johann von Sachsen mit Lukas Cranach nnd Luther" und „Karl V. nach der Schlacht bei Mühlberg". Außerdem zeichnete er viele Illustrationen auf Holz, zumeist für böhmische Verleger. Der dritte der genannten Ruben-Schüler, welcher ebenfalls seit 1852 in Wien seine Heimat fand, Ferdinand Lanfberger (geboren 1829 zu Mariaschein, gestorben 1881 zu Wien) und Guido Manes, der jüngere Bruder des wiederholt genannten Josef Manes (geboren 1829 und gestorben 1880 in Prag), welcher in seiner Vaterstadt blieb und erst in reiferen Jahren längere Zeit in Düsseldorf arbeitete, malten anfangs geschichtliche Gegenstände, später jedoch mit großem Erfolge gemüthvolle Genrebilder, welche beide mit einem Anflug von heiterem Humor behandelten. Guido Manes gehört zu
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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