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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 408 -
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408 den wenigen böhmischen Malern, welche Thierstücke gemalt haben. Ferdinand Lanfberger, durch seine Studien während seines längeren Aufenthaltes in Italien dazu angeregt, widmete sich, nach Wien zurückgekehrt der Mounmental-Malerei, worin er Vorzügliches leistete. In seiner Stellung als Professor an der Kunstgewerbeschule des österreichischen Museums in Wien hatte er einen hervorragenden Antheil an dem Verdienste dieser Anstalt um die Hebung der Kuustiudustrie in Wien und Österreich. J a ro s l av Cermäk, einer der bekanntesten und vorzüglichsten böhmische» Maler (geboren 1831 zu Prag, gestorben 1878 zu Paris), kaun wohl nicht mehr als Schüler Christian Rubens angesehen werden, obwohl er unter dessen Leitung an der Prager Akademie studirte, und obgleich sein erstes Bild, welches er daselbst gemalt und 1849 in Prag ausgestellt hat, „Marius auf deu Trümmern von Carthago" sich durch uichts von den Arbeiten seiner damaligen College» unterschied; denn er war der Erste, welcher sich dem damals in Prag unter Rnben und Hanshoser allein herrschenden Münchener Einfluß entzog, indem er bald nach Antwerpen übersiedelte, um daselbst in die unter dem Direetor Gustav Wappers stehende Akademie und dauu bei Louis Gallait als Schüler einzutreten. Schon die ersten Bilder, welche Jaroslav Cermäk von Antwerpen aus iu Prag ausstellte, „Simon Lomnicky von Bndec auf der Prager Brücke", jetzt iu der Gallerie des Grafen Czernin in Wien, und „Nach der Schlacht auf dem Weißen Berge", im Besitz der Frau Zaug iu Wien, überraschten die Prager Künstler und Kunstfreunde durch das Neuartige uud namentlich durch die hohe technische Vollendung, welche Cerinäk in so verhältnißmäßig kurzer Zeit in Belgien erworben hatte. Nach einigen Jahren übersiedelte er von Antwerpen nach Paris, wo er sich ansässig machte uud zu den bekanntesten Malern zählte. Von Paris aus unternahm Cermäk große Studienreisen nach der Herzegowina, Bosnien und Montenegro, wo er sich längere Zeit am Hofe des Fürsten Danilo anfhielt. Dem Volksleben der Montenegriner und ihrer ebenso kämpf- und ranblnstigen Nachbarn sind die meisten und die bedeutendsten seiner Gemälde entnommen, so die „Kriegsbeute" (1868) in den königlichen Museen zu Brüssel, und „Verwundeter Montenegriner" (1873), Eigenthum der südslavischen Akademie zu Agram. Eine groß angelegte Composition „Gefangene Christenfrauen von Bafchi-Boznks bewacht", welche von der Gesellschaft patriotischer Knnstfrennde für ihre Gemäldegallerie bestellt war, blieb leider infolge seines Todes unvollendet. Anmi'thig durch die Kinderschaar, welche vor dem Hnsiten- führer Prokop um Gnade für die Belagerten bittend erscheint, ist das in Paris befindliche, 1875 gemalte Bild „Die Husiteu vor Naumburg". Jaroslav Cermäks Ölgemälde zeichnen sich durch glänzendes Colorit, durch meisterhafte Technik in Farbe und Zeichnung aus. Nicht minder gilt dies auch von seinen mit außerordentlicher Vollendung ausgeführten Aquarellen, von denen ini Nndolphinnm eine größere Anzahl ausgestellt ist.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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