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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 414 -
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414 Unter den böhmischen Malern dieser Richtung ist Adalbert (Vojtech) Hynais wohl der bekannteste und bedeutendste. Im Jahre 1854 in Wien als Sohn böhmischer daselbst ansässiger Eltern geboren, bewahrt er eine große Anhänglichkeit an Böhmen. Viele Jahre hindurch in Paris ansässig, betheiligte sich Hynais auch an der Ausschmückung der Jnnenränme im Wiener neuen Hofburgtheater. Von ihm sind die Lunettenbilder mit den Gestalten der größten dramatischen Dichter aller Zeiten. Die gemalten Skizzen, in Ein-Fünftel-Größe der Ausführung, besitzt die Gemäldegallerie im Rndolphinum zn Prag. Außer allegorischen und mythologischen Darstellungen, für decorative Zwecke im großen Maßstabe ausgeführt, malt Hynais auch kleinere Genrebilder — meist mit einer Figur — die sich durch äußerst delieate Behandlung auszeichnen. „Die kleine Leserin", eines der schönsten dieser Art, „In Verlegenheit" besitzt Seine Majestät. Ein ganz eigenartiger Künstler, der eine neue Richtung verfolgt, ist Gabriel Max (geboren 1840 zu Prag), eiu Sohn des schon genannten Bildhauers Josef Max. Nachdem er von 1854 bis 1858 die Prager Akademie unter Eduard Eugerths Leitung und dann einige Jahre jene in Wien besucht und von 1861 angefangen wieder in seiner Vaterstadt gearbeitet hatte, zog es ihn 1863 nach München, wo er bei Professor Piloty eintrat. Die heilige Julia, die Märtyrerin am Krenze, vor welchem ein beim Morgengranen heimkehrender Jüngling von Andacht ergriffen seinen Kranz niederlegt, ist eines seiner ersten Bilder, durch welches er sich sofort großen Ruf erwarb, als es in der Pariser Welt- ausstellung 1867 ausgestellt war. Dieses, sowie die Mehrzahl seiner zahlreichen Gemälde sind durch Nachbildungen und Wanderansstellungen bekannt. Wir erinnern an das „Adagio", an das „Frühlingsmärchen", an „Die blinde Märtyrerin in den Katakomben", an „Letzter Gruß", als welcher einer den Löwen der Arena preisgegebenen christlichen Märtyrerin eine Rose zugeworfen wird, an den weitbekannten „Christuskopf auf dem Schweißtuche der heiligen Veronika" mit offenen und geschlossenen Augen und „Es ist vollbracht", au „Ahasver an der Leiche eines Kindes", an den „Vivisector", „Christns heilt ein Kind" (im Besitz der Nationalgallerie in Berlin). In der Gemäldegallerie seines Geburtsortes Prag ist Gabriel Max durch ein neueres im Jahre 1892 gemaltes Werk vertreten; es ist dies „Die Seherin von Prevorst im Hochschlafe", das seine bekannte Eigenart in Bezug auf die Wahl des Gegenstandes und auf die meisterhafte Darstellung desselben vortrefflich repräseutirt. In Bezug auf technische Vollendung gibt es wenige Maler, die ihm gleichkommen. Seit dem Jahre 1877 ist Gabriel Max Professor an der königlichen Akademie zu München. In erster Reihe der Geschichtsmaler Böhmens steht Väclav Brozik (geboren 1851 zu Neuhütteu bei Beraun), ein ehemaliger Schüler der Prager Akademie unter Josef Trenkwald, dann jener zu München nnd Dresden, welcher seit 1876 in Paris lebt.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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