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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
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420 Pastell ausgeführten Bildnisse mit feinem Geschmack behandelt, nnd Josef Nolletschek in Weimar. Dnrch elegante Behandlung und angenehmes Colorit erinnert der aus Fraueuberg gebürtige Rudolf Vacha in Paris an die gefällige Art Charles Chapl ins . Auch Emannel Nadherny in Paris bekundet iu feiueu Gemälden die vortreffliche Schule, die er bei Ju l e s Lefebre, Benjamin Constant und L. Doueet genossen hat. Unter dem Einfluß der französischen Malerei steht auch Hermine Lankota, die außerdem zu den wenigen gehört, welche die Knnst des Radirens pflegen. Ein vielseitiger Maler in Bezug auf die Wahl der Gegenstände ist Wenzel Sochor in Paris, welcher die für die Neuzeit so charakteristische, von Paris ausgehende Freilicht- Malerei in hervorragender Weise vertritt. Nachdem er sich in seinen ersten Gemälden („Nach dem Bade", ein Mädchen in einem mit weißem Marmor verkleideten Baderanme) als seiner Colorist und durch seine Bildnisse, namentlich jenes des Colonel W. Dally als vorzüglicher Bildnißmaler bewährt hatte, trat er in der Pariser Ausstellung 1889 mit einem umfangreichen Gemälde, dem „Frohnleichnamsfest in Böhmen" (im vollen Sonnenschein und mit zahlreichen Figuren in Lebensgröße) anf, welches er in seinem Geburtsorte Citolib gemalt hat, wo er für diesen Zweck ein entsprechend eingerichtetes großes Atelier bauen ließ. In seinem jüngsten Bild, welches in der Prager Kunstausstellung 1893 zu sehen war, malte Sochor zwei Kühe in Lebensgröße, welche am Rande eines Getreide- feldes von einem jungen Mädchen und ihrem Begleiter gehütet werden. Im Gegensatz zu den Malern der Neuzeit, welche die Wahrheit im vollen Licht und im hellen Sonnenschein suchen und dabei manchmal das Gegentheil von dem erreichen, was sie suchen, läßt Hans Schwaiger seiner Phantasie freies Spiel. Er ist der begabteste und berufenste Maler vou Märchen nnd allerhand Teufelsspuk („Der Wassermann", „Die Höhle von Steenfoll"), den er in launiger Weise behandelt. Von der höchsten Solidität sind seine in Aquarell ausgeführten Architekturen aus belgischen und holländischen Städten. Am Anfang der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts gab es in Prag Verhältniß- mäßig wenig Porträtmaler; außer dem fchou erwähnten Alexander Clarot aus Wien, der in Prag bis an sein Lebensende blieb, war Johann Brandeis (gestorben 1872) der gesuchteste, von den vornehmen Kreisen bevorzugte Bildnißmaler; anch Franz Wiehl (gestorben 1871), Anton Hölperl und S w a t a w a Jireeek malten gute Porträts. Neben diesen waren noch einige Künstler beliebt, welche kleine Porträts in Aquarell ausführten. Eduard Eugerth verstand es, dnrch die vortrefflichen Porträts, die er während seiner Wirksamkeit als Direetor der Prager Akademie malte, das Interesse für diesen in Prag wenig gepflegten Kunstzweig neu zu beleben. Einer seiner ehemaligen Schüler, Franz Zenlsek, ist gegenwärtig der bedeutendste Bildnißmaler in Prag.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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