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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 442 -
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442 Krystallklumpcn endlich sind das Material für jene Reliquiarieu, die zwar die Reliquie aufzubewahren haben, aber mich sehen lassen sollen. So wurden aus flachen Krystallen Schüsseln ausgehöhlt und ausgeglättet, von denen die eine als Hülle, die andere als Deckel dient, wie z. B. bei einem Reliquiarium im St. Veitsschatz, oder dieselben wurden zusammengeknüpft, wie bei einem Gefäße des Altbuuzlauer Kapitels; aus größeren Massen konnte eine ähnliche Form geschliffen werden, welche an eine Kannengestalt erinnert, wie z. B. bei dem großen von Karl IV. dem St. Veitsschatz geschenkten Reliquiarium. Das Schleifen und Schneiden der Krystalle, eine Technik, welche, wie es scheint, zum Schlüsse der Periode Karls IV. schwindet und dann wiederum zur Zeit Rudolfs, als analoge Verhältnisse eingetreten waren, auftaucht, war gewiß nur eiu Zweig des Glättens der Steine überhaupt, von dem wir bestimmtere Nachrichten haben und worunter man das Verarbeiten der Edelsteine und Halbedelsteine zu verschiedenen Zwecken sieht, vor Allem zum Verkleiden der Wände in der Art, wie wir es in der Burg Karlstein und in der St. Wenzelskapelle des St. Veitsdoms bemerken. Unter den Hofkünstlern Karls IV. taucht auch ein .pollitvr lapickum« mit dem Namen Johannes anf (1353). Die innere Ausschmückung der Kirchen und Kapellen bringt endlich der Glasmaler zum Abschluß, doch haben sich uns leider nur unbedeutende Überreste der Glasmalerei erhalten, wie zum Beispiel die Fenster der Sliveneeer Kirche, welche jetzt vom Kreuz- herrenorden im Kunstgewerbemuseum ausgestellt sind. Aber auch aus einem weniger gebrechlichen Material, wie znm Beispiel Eisen, hat sich verhältnißmäßig nur Weniges erhalten; die Kuustschlosserei gehörte gewiß zu jenen Beschäftigungen, denen bei allen Veränderungen, welche der Fortschritt in künstlerischer Hinsicht mit sich brachte, eine feste, auf alten Traditionen beruhende Grundlage vor Allem zustatten kam. Die aus- gedehnte Bauthätigkeit gab der Schlosserei stets neue Anregung und brachte sie immer höher. Neben Constructiousarbeiteu erforderten die gothischen Bauten Gitter, Thüren und Thore, auf welche architektonische und ornamentale Formen übertragen wurden. Das kostbare Gitter der Kreuzkapelle auf der Burg Karlstein und die schöne Thür der St. Wenzelskapelle dienen, wie auch hier und da Thüren mit gehämmerten Ornamenten überhaupt als Beispiel. Auch Namen der Meister, denen man ohne große Schwierig- keiten ein bestimmtes Werk zuschreiben kann, haben sich erhalten: Franz oder k>en?linus, kuder legis, der in den Jahren 1353 und 1356 erscheint, war für den Herrscher thätig, und zwar vielleicht auch auf der Burg Karlstein, die Schmiede- und Schlosserarbeiten bei dem St. Veitsdome leitete Wenzel oder Wauek, der in den Domrechnungen aus den Jahren 1372 bis 1378 vorkommt. In der Zeit Wenzels IV. geht die Entwicklung der Kunst ans der früheren Grund- lage weiter, nur hier nnd da überschreitet sie das Maß. Die Veränderung der Hoftracht,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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