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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 98 -
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98 Die in Aquincum erhalten gebliebenen baulichen Reste der Römerherrschaft haben wir im III. Band „Ungarn" dieses Werkes geschildert. Aus diesen zu schließen, ist es wahrscheinlich, daß die Römer „jenseits der Donau" keine so gewaltigen Bauten aufgeführt haben wie in anderen Ländern, z B. in Gallien. Doch weist die der strategischen Wichtigkeit der Gegend entsprechende Befestigung derselben, wie wir sie soeben skizzirt haben, darauf hin, daß eine große Anzahl von Bauwerken verschiedenen Zweckes vor- handen gewesen sein muß. Ein zweifelloser Beweis dafür ist, daß die Pflugschar des Ackersmannes sozusagen an jedem Punkte jenseits der Donau Backsteine ans Licht bringt, die von zerstörten Gebäuden sprechen, und unter diesen Ziegeln geben viele durch die Stempel, die sie tragen, Auskunft über die Standorte der Legionen und Cohorten, andere über die Befehlshaber, so daß sie als Quellen zur römischen Bau- und Kriegsgeschichte dienen. Die Ziegel der I aHutrix« wurden in Ü-Szöny, die der ,11. ach'utrix« außer in Altofen auch in Pilis-Maröth und Duua-Pentele gefunden. Hie und da läßt sich aus den größeren Bruchstücken der Grundmauern auch noch auf die Form des Bau- werkes ein Schluß ziehen. Am wichtigsten sind die mit Inschriften versehenen Denksteine. Zahlreiche Altäre und Votivsteine geben Kunde von den religiösen Zuständen der Provinz. Die meisten sind Botivsteine zur Ehre Jupiters. Häufig sind ferner in der Gegend von Aquiueum die dem Silvauus geweihten Altäre. Auch die Denkmäler dieser Gattung bezeugen, daß schon zu Ende des II. Jahr- hunderts auch in Pannonien der mysteriöse Dienst der orientalischen Gottheiten, nud zwar des Jupiter Dolicheuus, beziehungsweise Mithras verbreitet war. Zu Sär-Peutele im Weißenburger Comitat, am Sitze der römischen Staatsreligion in Unter-Pannonien, wurde ein Votivstein gefunden, der durch die gesammte Priesterschaft der Provinz dem Dolichenus gesetzt ist. Die auf die Kaiser bezüglichen Votivsteine und Meilenzeiger, baun die Militärabschiede und sonstigen mit Inschriften versehenen Denkmäler, sowie überhaupt die pannonifchen Denkmäler mit sehr wenigen Ausnahmen stammen aus dem 150 Jahre umfassenden Zeitraum zwischen der Mitte des II. und dem Beginn des IV. Jahrhunderts. Diese Denkmäler berichten zwar über keine bedeutenderen politischen Ereignisse, wie etwa Kaiserwahlen oder kaiserliche Aufenthalte in der Provinz, oder wichtigere kaiserliche Verfügungen, immerhin aber stützt und erweitert ihr Inhalt unsere Kenntnisse, er enthüllt uns zahlreiche interessante Momente der Militär- und Civilverwaltung dieser Provinz, sowie ihres Privatlebens. Wenn indeß ein Beschluß des römischen Senats das Andenken irgend eines Kaisers auslöscht, so finden sich die Spuren davon auch auf den pannonifchen Jnschriftsteinen, besonders den Meilenzeigern. So wurden die Namen, ja mitunter selbst die ganzen Titel
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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