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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 114 -
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114 In Szalavär wurde ein Steinbalken gefunden, der auf einer Seite mit solchem geschnitzten Flechtwerk verziert ist. Ein Steinsarg im Ungarischen Nationalmuseum, der auf einer Schmalseite den Verstorbenen von einem fliegenden Engel gen Himmel getragen zeigt, weist an beiden Langseiten das charakteristische Flechtornament auf. Es ist ungewiß, ob der Sarg aus der Altosuer oder Stuhlweißeubnrger Gegend stammt; dagegen ist er zweifelsohne ein unverfälschtes Beispiel der zur Zeit Stesans des Heiligen noch gebräuchlichen Verzierungsweise. Derartiges Schnitzwerk dürfte anch die Chorschranke der Stnhlweißenbnrger Kirche gehabt haben. Dieses wichtigste Baudenkmal des magyarischen Christenthums war, obgleich aus gutem Material erbaut, doch nicht haltbar genug, so daß es allem Anschein nach schon nach kaum 150 Jahren einen Neubau nothwendig machte. Einzelne ausgegrabene Details, darunter figttrale Pfeilercapitäle, weisen darauf hin, daß der Neubau unter König Bila III. (1173 bis 1196) erfolgt sein dürfte. Karl Robert (1308 bis 1342) stellte die zu öfteren Malen abgebrannte Kirche wesentlich umgestaltet wieder her. Ludwig der Große (1342 bis 1382) fügte eine königliche Grabkapelle hinzu. Zum dritten Male wurde sie durch Matthias I. (1458 bis 1490) neu aufgebaut. Unter der Türkenherrschaft brannte sie im Jahre 1601 zum letzten Male ab und fiel seitdem der Vernichtung anheim. Über den Ursprung der in der Graner Festungsmauer befindlichen alten Kapelle ist nichts Sicheres bekannt. Die Sage läßt Stefan den Heiligen dort geboren werden. Über die ältesten, an den Bischofssitzen erbauten Kirchen besitzen wir kanm irgend welche Daten. So weit sie unter Stesan dem Heiligen entstanden sind, dürften sie eilig und mit geringer Fachkenntniß aufgeführte Bauten gewesen sein. Auch die durch Königin Gizella in Veßprem erbaute Kirche war nicht dauerhafter als die übrigen. Ob zur Zeit Stefans auch in Raab eine Kirche erbaut wurde, ist durch keine Daten bezeugt. War dies der Fall, so ging sie auch rasch wieder zu Grunde und an ihre Stelle trat im letzten Viertel des XII. Jahrhunderts ein romanischer Ban, als dessen Reste wohl in der jetzigen, mehrmals ernenerten Hauptkirche die mächtigen halbkreisförmigen Apsiden zn betrachten sind. Die vom Wojwodeu Geza begonnene und von Stefan dem Heiligen beendete Münsterkirche zn Martinsberg ist vernichtet, desgleichen die znr Zeit der Gründung dieser Benedictiner-Abteien entstandenen Bauten zu Pöcsvarad, Szalavär und Bakonybel. Ähnlich erging es zwei anderen Abteien; die eine war durch Tata (Deodata), deu angeblichen Taufpatheu Stefans des Heiligen, an dem nach ihm Tata (Totis) genannten Orte im Komorner Comitat, die andere durch Herzog Almos im Jahre 1055 zu Dömös gegründet. König Andreas I. erkor sich Tihany, diesen halbinselförmig in den Plattensee ein- springenden Felshügel znr Begräbnißstätte und stiftete dort zu diesem Behuf im Jahre 1054
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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