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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 116 -
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116 die hervorragendste. Ihre Baugeschichte liegt im Dunkel. Die im vorigen Jahrhundert bloßgelegten Grundmauern und Säulenbruchstücke bezeugen, daß an dieser Stätte, in der Nähe der Grabkammer, schon zur Römerzeit eine christliche Kirche bestand. Im Jahre 1064 wurde Salomon, Sohn Andreas I-, in der Kathedrale zu Fiinfkircheu gekrönt, die in der darauffolgenden Nacht niederbrannte. Ob dies die aus römischer Zeit stammende christliche Kirche war, welche die Magyaren wohlbehalten vorgefunden hatten und benutzten, oder eine zweite, durch St. Stefau gegründete, oder gar eine dritte, von König Peter errichtete, das ist nicht bekannt. Nach der Feuersbrunst wurde eine neue Kirche gebaut. Man fragt sich, ob diese etwa die noch jetzt erhaltene sei oder ob die jetzige zn Ende des XI. Jahr- hunderts begonnen und zu Anfang des XII. beendigt worden oder auch, ob sie nicht vielleicht als eine Schöpfung der unter Bela III. angegangenen lebhaften Bauthätigkeit erst im letzten Viertel des XII. Jahrhunderts entstanden sei. Aus Mangel au Daten gibt es auf diese Fragen keine Antwort, und zwar umso weniger, als Ungarn in keiner so intimen Berührung mit der mittelalterlichen Baukunst der westlichen Länder stand und daher auch mit der Entwicklung der Architektur nicht so Schritt hielt, daß die Formen als Beweis für die Entstehungszeit des Bauwerks dienen könnten. Der Bau erhebt sich auf dem sanften AbHange eines südlichen Ausläufers der Berg- kette Meesek, hoch über der Stadt und der Baranyaer Ebene. In seinem ursprünglichen Zustande stellte er eine frühromanische Basilica dar. Sie bestand aus drei Langschiffen, deren jedes am östlichen Ende mit einer halbkreisförmigen Apsis schloß. Die innere Länge beträgt 66, die Breite 22 Meter, wovon auf das höhere Mittelschiff 12, auf die niedrigeren Seitenschiffe je 5 Meter kommen. Alle drei Schiffe hatten Flachdecken. Das Mittelschiff war von den Seitenschiffen durch zwei Reihen von je sechs Pfeilern, die aber ungleiche Zwischenräume hatten, getrennt. Das dem Eingang zunächststeheude, sowie das vierte Pfeilerpaar waren an ihren vier Seiten durch vorgelegte Halbsäulen gegliedert, die übrigen Pfeiler hatten die einfache Prismenform; die Pfeilerfüße zeigten attisirende Gliederung, die Pseilereapitäle ein Blattornament, hie und da aber auch Figurenschmuck; auf den Capitalen ruhte eine aus drei Gliedern bestehende Deckplatte. Im Mittelschiffe führten bei dem vierten Pfeilerpaare, vom Eingang gerechnet, Treppen zum höher gelegenen Sanetnarium hinan. Aus jedem Seitenschiffe stieg eine Treppe zu der unter dem Sanetnarium befindlichen Unterkirche hinab. Diese ist durch zwei einfach und derb gehaltene prismatische Pfeilerpaare gleichfalls in drei Schiffe getheilt, deren mittleres gleichfalls halbkreisförmig, die beiden anderen jedoch geradlinig abschließen. Zwischen den vier Pfeilern befinden sich schlankere Säulen, wodurch die Zahl der Schiffe auf fünf gebracht wird, und auf diesen Säulen ruht das Kreuzgewölbe der Unterkirche, das also aus 25 Traveen besteht. Die Säulen haben attisirende Füße, jedoch segmentirte
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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