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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 122 -
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122 so daß sie als Denkmäler der Baugeschichte Ungarns mitzählen. Die erste Hälfte jenes Jahrhunderts, bis 1256, ist im ganzen Lande, besonders aber jenseits der Donau, die letzte und zugleich fruchtbarste Epoche, die Glanzzeit des romanischen und Übergangsstils. In kaum fünfzig Jahren entstand jenseits der Donau, besonders in den westlichen Gegenden, eine ansehnliche Zahl von Bauwerken, die durch ihre unterscheidenden Eigenthümlichkeiten und den damit verbundenen Kunstwerth Ungarn einen geachteten Platz iu der Geschichte der mittelalterlichen Baukunst erworben haben. Es sind insgesammt Ordenskirchen, Bauten der Benedictiner oder der im Jahre 1142 durch Geysa II., dann Ende des XII. Jahrhunderts dnrch Bela III. direct aus Frankreich hereinverpflanzten Cistercienser oder der zum ersten Male gleichfalls durch Bela III. berufenen Prämou- stratenser. Sie zeichnen sich nicht durch Größe aus; den Bedürfnissen der Mönche entsprechend sind sie von einfacher Anlage und weniger umfangreich, dafür aber Werke voll künstlerischen Talents, voll Gewissen und echter Liebe. Die Reihe beginnt mit der um 1208 erbauten Kirche zu Libeny im Wieselburger Eomitat, die, wie es scheint, auch den übrigen als Vorbild gedient hat. Die Lsbeuyer Kirche hat drei Schiffe, die durch zwei Reihen von je vier Pfeilern geschieden sind. Das Mittelschiff hat keinen Langchor, sondern geht sogleich in den halbkreisförmigen Abschluß über. Ebenso sind auch die beiden Seitenschiffe geschlossen. Gegen Westen hin trägt das wesentlich verstärkte erste Pfeilerpaar die inneren Ecken der beiden Frontthürme, so daß der untere Theil der Thürme die Fortsetzung der beiden Seitenschiffe bildet, während der erste, zwischen die unteren Geschoße der beiden Thürme fallende Abschnitt des Mittel- schiffes gleichsam als Vorhalle der Kirche dieut. Diese Anordnungsart wurde später bei mehreren Kirchen befolgt, so daß sie durch die Gewohnheit zu einem unterscheidenden Merkmal der trausdauubischen Baukunst dieser Zeit wurde. Das Juuere der Kirche hat keinen anderen Zierath als die Pfeiler, welche, den Gurtbogen und den Graten des Kreuzgewölbes entsprechend, dnrch vier größere und vier kleinere Halbsäulen gegliedert sind. Die letzteren steigen bis zum unteren Rande des Gewölbes empor und gliedern so zugleich die hohe Wand des Mittelschiffes. Die Pfeiler sind auch sonst reich gebildet. Jede Halb- säule hat eine rechtwinkelige Basis und einen aus drei Gliedern bestehenden attisirenden Fuß; die Ecken der Basis sind mit den Füßen durch Eckblätter von entwickelter Bildung verbunden. Die Halbsänlen endigen oben mit einem Wulst; die kelchförmigeu Eapitäle sind mit zwei Blätterreihen verziert; auf den stark herausgebogenen Blättern der oberen Reihe scheint das Kämpfergesims zu ruhen, welches gleichfalls einen dreifach gegliederten attischen Fuß, jedoch nach abwärts gekehrt darstellt. Die Vorhalle und die uuter deu Thürmen befindlichen Abschnitte der Seitenschiffe haben fpitzbogige, die übrigen Abschnitte rundbogige Gewölbe. Das Äußere ist uicht reich, jedoch bei aller
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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