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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 134 -
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134 Hier wäre auch noch die Kirche zu Turnicse im Zalaer Comitat anzuschließen. Sie ist zwar zu Anfang des XIV. Jahrhunderts, jedoch im romanischen Stil erbaut. Sie hat ein Langschiff und ein aus zwei Jochen bestehendes, ungewöhnlich langes Sanctnarinm; der Abschluß des letzteren ist halbkreisförmig; an die Westfronte ist ein viereckiger Thurm gestellt. Sie war ursprünglich höher und hatte eine Flachdecke; später wurde sie eingewölbt und in der Abschlußwand ein spitzbogiges Fenster angebracht. Als besondere Merkwürdigkeit dieser Kirche sind die Wandmalereien zu betrachten, welche längs der Kirchenwand auf Grund der Schilderungen in Thnröczis Chronik die Legende Ladislans des Heiligen, dieses Verkörperers magyarischen Ritter- und Heldenthnms, in mehreren Scenen darstellen. Die Verfolgung des knmanifchen Mädchenräubers und die Befreiung des Mädchens bilden eine vollständige Folge von sechs Bildern. In der zweiten Serie sieht man die Versammlung, in welcher Ladislans zum König erwählt wird, und die Krönung; in der dritten Ladislans' Krieg gegen Salomon und die Erbauung der Kathedrale zu Großwardein. Das Übrige wurde beim Bau des Gewölbes zerstört, doch sind noch Spuren davon oberhalb des Gewölbes auf dem Dachboden zu sehen. Die untere Reihe wurde übertüncht, desgleichen auch die Malereien der Apsis. Die Figuren sind in der Bewegung steif, Gruppiruug uud Verhältnisse mangelhaft, und dennoch ist für die Bilder ein leicht verständlicher, beredter Vortrag charakteristisch; schade, daß die Farbe sich gänzlich abgescheuert hat. Der gothische Baustil beginnt sich in Ungarn nach dem Tatareneinfall mit der zweiten Hälfte des XIII. Jahrhunderts allgemein zu verbreiten. Bei der Reorganisirung des Landes waren es meist das in den Städten angesiedelte fremde, insbesondere deutsche Bürgerthum und die Bettelorden, welche neue gothische Kirchen bauten. Im III. Bande von „Ungarn" ist die Rolle geschildert, welche die jetzt heimisch werdende Baukunst an einem Punkte jenseits der Donau, in der durch B6la IV. gegründeten Burg Ofen gespielt hat. Was wir dort sehen, ist für diesen Zeitraum der Bankunst in Ungarn charakteristisch. In den übrigen Theilen des vunäntul, mit Ausnahme von Ödenburg, lagen die Verhältnisse ganz anders. Die zahlreichen, im XII., besonders aber in der ersten Hälfte des XIII. Jahrhunderts entstandenen Kirchen waren durch die Tataren nicht zerstört worden. In Stuhlweißenburg und an den vier Bischofsitzen fand die neue Bürgerschaft Kirchen vor, auf dem Lande aber besuchte das Volk den Gottesdienst in den Kirchen der landwirthschasttreibenden Orden: der Benediktiner, Cistercienser und Prämonstratenser. Die spitzbogige Bauweise fand also hier keine Gelegenheit zu bedeutenderer Thätigkeit, oder, insofern sie Gelegenheit suchte und bei dem Wiederaufbau der Kathedralen auch fand, sind ihre Leistungen nicht erhalten geblieben. Dies ist der Grund, warum jenseits der Donau verhältnißmäßig wenig gothische Denkmäler vorkommen
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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