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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 136 -
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136 der ersten Hälfte des XIV. Jahrhunderts nacheinander neu aufgebaut. Die Stnhl- weißenburger Königskirche begann im Jahre 1318 die Reihe, im XIV. Jahrhundert folgte Gran, dann Fünfkirchen und Veßprem. Auf das Ende des XV. Jahrhunderts fällt der Neubau der Raaber Kathedrale, von dem sich nur die spätgothischen Rippen und Gurtbogen des Gewölbes erhalten haben. Dasselbe Jahrhundert sah den Neubau der Martinsberger, dann zur Zeit Johannes Hunyadi's wiederum den der Graner und unter Matthias Hnnyadi den der Stuhlweißenbnrger Kirche. König Matthias ließ überdies zu Stuhlweißenburg für sich und seine Familie eine prächtige Grabkapelle errichten. Auch diese war, wie aus Bonfins Beschreibung hervorgeht, ein gothischer Bau. Dies waren ohne Zweifel die hervorragendsten, wiewohl nur aus Berichten bekannten Schöpfungen, welche die von Mitte des XIII. bis Ende des XV. Jahrhunderts währende Epoche in dem Lande jenseits der Donau hervorgebracht hat. Die meisten gothischen Kirchen in diesem Landestheile wurden, von der Festung Ofen abgesehen, in Ödenbnrg erbaut. Dieses Zusammentreffen ist nicht das Werk des Zufalls. Die Festung Ofen wurde durch Bela IV. nach dem Tatareneinfall gegründet, Ödenbnrg aber, das durch den Böhmenkönig Ottokar II., den gefährlichsten Landesfeind nach den Tataren, viel gelitten hatte, wurde um dieselbe Zeit wieder aufgebaut. Keines von beiden war ein älterer Bischofsitz und an beiden Orten begann das dort angesiedelte bürgerliche Element die Bauthätigkeit. Im Außentheile Ödenbnrgs, auf einer geringen Anhöhe, wo es einst seinen Begräbniß- platz hatte, neben dem jetzigen Friedhofe stehen nahe bei einander die Pfarrkirche zu St. Michael und die dem heiligen Jakobus geweihte Doppelkapelle, deren unterer Theil als Beinhaus gedient hat. Es ist schwer zu entscheiden, welcher Bau der ältere ist. Beide stammen aus der zweiten Hälfte des XIII. Jahrhunderts und haben bedeutende Umgestaltungen durchgemacht. Das Beinhaus hat den Charakter seiner Entstehungszeit besser bewahrt. Sein Grundriß mit einem regelmäßigen Achteck, dem sich gegen Osten das Sanctnarinm mit dreiseitigem Abschluß angliedert, dann die in den Wänden ausgehöhlten spitzbogigeu Nischen deuten auf gothische Kunstübung. Hingegen stehen die Details des Aufbaues dem Geschmack der Übergangszeit näher, so namentlich: der stumpfe Spitzbogen der Thüre, die über einfachem Sockel aufsteigende Wand, die durch Lisenen in Felder getheilt ist, die gleichfalls stumpfen Spitzbogen des Gewölbes, die in den Ecken stehenden Schäfte vonHalbsäuleu, deren attifcheFüße und laubgeschmückteCapitäle, die einfachen Rippen des Gewölbes. Das Relief im Bogenfeld der Thüre: ein belaubter Baum, an dessen Stamm unten zwei Aug' in Aug' stehende Löwen nagen, entspricht in der Ausarbeitung ganz dem Charakter der romanischen Kunst. Die Kapelle bildet durch diese Eigenschaften gleichsam ein Verbindungsglied zwischen der Übergangs- und der gothischenBaukunst jenseits der Donau.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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