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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 142 -
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142 im Barockstil vollgeräumt und ausgeweißt. In diesem Zustande ging sie 1802 an den Benediktinerorden über. An der Südseite der Kirche befand sich einst der Kreuzgang, dessen architektonisch bemerkenswerthester Theil das Kapitelhaus war. Dieses war ein durch zwei Pfeiler und zwei Säulen in neun Joche getheilter, mit einem Kreuzgewölbe gedeckter Saal von 8 50 Meter Länge und 7 90 Meter Breite. Die Säulencapitäle und aus den Wänden vorspringenden Consolen sind mit mancherlei interessant geformten Thieren geschmückt. Zum Theil sind sie eingemauert. Der Saal dient jetzt in einem Zustande bedauerlicher Vernachlässigung als Rumpelkammer. Ende des XV. Jahrhunderts entstanden in Ödenburg noch zwei kleinere gothische Bauwerke: die Kirche Johannes des Täufers und die Heilige Geistkirche. Beide haben durch spätere Umgestaltung ihre ursprüngliche Form verloren. Eines der ältesten spitzbogigen Bauwerke im Ounäntül ist die sogenannte Gisela- Kapelle zu Veßprem. Sie hat eine Unterkapelle mit rnndbogigem Kreuzgewölbe. An ihren Langwänden und der geraden Abschlußwand waren Maria und die Apostel in Malereien aus dem XIII. Jahrhundert dargestellt. Im Jahre 1772 wurde die Kapelle sammt den Malereien erneuert, so daß blos noch an zwei Figuren der Nordwand Spuren der früheren Farbe übrig sind. Von der gothischen Oberkapelle sind an der Mauer des benachbarten bischöflichen Palastes und Domherrenhauses Bruchstücke erhalten. Zu Baräti im Veßpremer Comitat, nahe dem Plattensee, sind noch die Trümmer des gothischen Sanctnariums einer Panlinerkirche und Spuren der Klostermauer vorhanden. Im Bakony sind Reste von gothischen Kirchen an mehreren Punkten zu finden. Die Prämonstratenser- kirche in Keßthely war ursprünglich eine Ordenskirche der Franciscaner und angeblich von Stesau, dem ersten Palatin des Königs Sigismnnd im letzten Viertel des XIV. Jahrhunderts, gegründet. Sie ist eine einschiffige kleinere Kirche (21 81 Meter lang, das Schiff 9 5 Meter breit), das Sanetuarium ist etwas schmäler als das Schiff und schließt mit drei Seiten; innen gliedern sich die Langwände durch Pfeiler, die aus dem Achteck gebildet sind; diese stützen die einfachen Rippen und Gurten des Kreuzgewölbes, dessen Schlußsteine mit Wappen geschmückt sind. Die Wandpfeiler des Chores sind durch baldachingekrönte Nischen belebt. Die Leibung des Hauptthores ist einfach. An der Fa^ade öffnet sich, in Stein gehauen, ein schönes, aber mit einfachem Maßwerke verziertes Rundfenster; auch das Maßwerk der Fenster ist einfach. An der nördlichen Ecke der Westfa^ade erhebt sich ein Thurm, der erst in neuerer Zeit vollendet wurde. Die weniger gewählte und sorgfältige Bauweise der Franciscaner im XIV. und XV. Jahrhundert hat jenseits der Donau noch in mehreren Städten Spuren
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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