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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 156 -
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156 Königin Maria, Gemahlin Bela's IV., gegründet nnd später durch Karl Robert fortgesetzt, aus welcher Zeit der neuerdings wiederhergestellte sogenannte Salomonsthnrm am Fuße des Burgberges stammen mag. Im III. Bande „Ungarn" haben wir diese Perle des mittelalterlichen Burgbaues im Laude jenseits der Donau abgebildet, von deren einstiger Großartigkeit uns nur formlose Ruinen erhalten sind. Jedenfalls reichen diese hin, um die allgemeine Anlage sowohl der Hochburg als auch der am Abhänge des Berges gelegenen unteren Burg uud die gothische Kunst der Bauweise erkennen zu lassen. Letztere ist ein gemeinsamer Zug sämmtlicher Burgen; so bedeutend der romanische Charakter im mittelalterlichen Kirchenbau des Dnnäntnl überwiegt, so sehr nnd noch vollständiger beherrschte die gothische Kunst die ganze weltliche Architektur. Die erwähnten bilden blos einen kleinen Theil der meist als Höhenburgen angelegten Bergvesten, die iu den dritthalb Jahrhunderten seit der zweiten Hälfte des XIII. Jahrhunderts unter den letzten Ärpaden und den Anjous jenseits der Donau erbaut wurden. Die gleichzeitigen Urkunden erwähnen außer diesen noch zahlreiche Burgen. Darnach gab es deren in den Comitaten Üdenburg, Eisenburg, Zala, Somogy und Tolna je 12 bis 15, daher ihre Zahl jenseits der Donau weit über Hundert gestiegen sein muß und Westeuropa kaum ein Land hatte, das in dieser Hinsicht den Landestheil jenseits der Douan übertraf. Aber alle hatten von der rauhen Türkeuhaud schwer zu leideu. Ende des XVII. Jahrhunderts gelangten sie zum Theil iu den Besitz der Familie Esterhäzy. Im Jahre 1702 ordnete Leopold I. die Schleifung zahlreicher Burgen an, darunter jenseits der Donau von Könnend, Szalavär, Kanizsa, Veßprem, Palota, Päpa, Totis (Tata), Stuhlweißenburg, Kaposvär, Simoutoruya, Dombovär und den kleineren Bnrgen am Plattensee. Später erfahren fast alle, mit Ausnahme der zu Schlössern umgebauten, das gemeinsame Los, daß ihre Steine nach und nach als Baumaterial verschleppt wurden. Die Herrschast des Spitzbogens dauerte über die Mitte des XV. Jahrhunderts hinans. König Matthias Hunyady erwies sich, während er im Kirchenbau der spitzbogigeu Mode Rechnung trug, in der weltlichen Baukunst als Freund der Renaissance. Zahlreiche italienische Künstler standen in seinem Dienste; Benedetto da Majano, Chimenti Camicia, Baccio nnd Francesco Cellini, Aristotele Fioravanti, endlich Jakob uud Johann von Trau verkehrten an seinem Hofe. Die gleichzeitigen Schriftsteller berichten mit Begeisterung über seiue Bauten. Tubero sagt iu den Commentarien, er habe Ungarn so mit Bauwerke» geschmückt, daß das Land dem architektonisch so reichen Deutschland uahe kam. Bonfiuius sagt in seiner Widmung zur lateinischen Übersetzung vou Antonio Avernlino's Buch „ve ^r- clütectuia«: „Du hast Pannonien, das einst von Barbaren bewohnte Land, mit so groß- artigen Bauwerke» geschmückt, daß es scheint, als wären diese mehr für die Ewigkeit als
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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