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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 168 -
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168 dieser hinabführenden Treppe sind die Wände mit Reliefdarstellungen bedeckt, die der Bildhauer Georg Zala auf Gründ der alten Reste gefertigt hat. Die Wandbilder stammen von Karl Audreä, Moritz Beckerath und Bartholomäus Szekely, die Statuen von Georg Kifs her. Indem wir diesen erstaunlichen Reichthum betrachten, nehmen wir wahr, daß der Meister mit großem Wissen und richtigem Takte Alles zusammeugetrageu hat, was die hervorragenden Reize so mancher anderen altchristlichen und romanischen Kirche bildet. Wenn an seiner Schöpfung etwas auszusetzen ist, so wäre es höchstens, daß selbst in der Zeit der romanischen Bauweise kein Bauwerk entstanden ist, das die Gesammtheit der Elemente romanischer Kunst in solcher Vollständigkeit vereinigt zeigt. Die Kirche, an deren Stätte vielleicht schon zur Zeit der Apostel Christen ihren Gott angebetet haben, wurde im Sommer 1891 iu Gegenwart des apostolischen Königs eingeweiht. Unter den neuerdings entstandenen Kirchenbauten erwähnen wir die Kirche der englischen Fräulein zu Veßprem (1860) nud die der Ursnliuerinnen zu Ödenburg (1864). Beide sind gothisch. Die erste wurde von Eugen Szeutirmay, die zweite von Ferdinand Händler erbaut. Während der Türkenherrschaft riß auch der Faden der weltlichen Banthätigkeit ab und dann folgten die Wirren der nationalen Erhebung, die sie lähmend beeinflußten. Zwei Jahrhunderte der kritischen Verhältnisse machten den materiellen Ruin allgemein. Die einst mächtigen Geschlechter starben aus oder verarmte«. Nur wenige Magnaten hatten noch die Mittel und auch Lust, dem Beispiele des westlichen Luxus zu folgen. Die Familie Esterhäzy, deren fabelhafter Reichthum um diese Zeit durch den Palatin Nikolaus begründet wurde, ist sozusagen der einzige Bauherr; die hervor- ragendsten Bauten des XVII. und XVIII. Jahrhunderts knüpfen sich an den Namen dieser Familie. Da es mich auf diesem Gebiete an Überlieferungen aus der Ver- gangenheit fehlte, nahm sich die nach und uach wieder aufgenommene Thätigkeit die in der westlichen Nachbarschaft moderne italienisch-österreichische Renaissance zum Muster. Die Bedeutung der Burgen als Schutzbauten hörte immer mehr auf und sie wurde« umgestaltet oder in halb abgetragenem Zustande ihrem Schicksale überlassen. Die einstigen Bewohner der Bnrgen begannen auf das flache Land niederznsteigen und bauten sich da Kastelle, die den gesteigerten Anforderungen au Bequemlichkeit nnd Luxus entsprachen. Es sind dies regelmäßige geschlossene Vierecke, an deren Ecken sich runde oder viereckige thurmartige Vorsprüuge von größerer oder geringerer Höhe erheben; ihre Fanden sind regelmäßig, die Fenster stehen in einer Reihe und in gleichen Abständen, die Gänge sind breit, zuweilen offene Sänleuarkaden, nnd von ihnen aus öffnen sich die Thüren nach den geräumigen hellen Wohnzimmern.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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