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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 181 -
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181 Der nördliche Bakony ist auch durch sein Bewässerungssystem bemerkenswerth. Wir erwähnten bereits die Torua, die bei Varoslöd entspringt und geradeaus in westlicher Richtung dem Marczal zufließt, desgleichen den Sed, der gleichfalls bei Varoslöd entspringt, jedoch an Szentgäl und Veßprem vorüber geradeaus nach Osten dem Sär-Kanal zueilt. Nach Westen fließen die bei Tapolczafö entspringende Tapolcza, ferner zwei oder drei sogenannte Bakony-Bäche und der Gereneze, der bei Bakonybel entspringt und nach Westen, beziehungsweise Nordwesten dem Marczal zuströmt. Nordwärts fließt die Czuha ab, die mit zwei Armen bei Porva und Eßtergär entspringt und den nördlichen Bakony in zwei Theile scheidet. Um Eßtergär entspringt endlich auch die Gaja, die geradeaus nach Osten in das Weißenburger Comitat hinüber- läuft und sich durch das Moorer Thal nach dem Sär-Kanal begibt. Eigenthümlicher- weise ist, mit Ausnahme dieser Gewässer, im Bakony nur an wenigen Stellen gutes Trink- wasser zu finden; aus diesem Grunde haben sich zahlreiche Dörfer im Umkreise dieses oder jenes zufällig entdeckten Brunnens angebaut und ihm auch ihren Namen entlehnt. So finden wir im Veßpremer Comitat allein, den ganzen Bakony mit inbegriffen, die Dörfer Lökut, Penzesknt, Gyertyänkut, Ürkut, Kis-Hidegkut, Nagy-Hidegkut und Csekut, sowie diePußtenHärsknt,Sändorkut,Kökut,Köveskut,Szeutkut u. s. w. (küt — Brunnen). Bei dem oberen Bakony ist noch zu bemerken, daß am nördlichen Rande des Comitats das Dorf Teleki liegt, welches auch Kerekes- und Kerek-Teleki genannt wird. In diesem Dorfe siedelten die Könige aus dem Hause Ärpäds die königlichen Köche an, sowie in Szentgäl die königlichen Schweinehirten und Jäger. König Ladislans der Kumauier begann jedoch schon 1286 es stückweise zu verschenken und Ladislaus V. verlieh es 1453 dem Paul Kerekes, Rottenführer von Totis. Seitdem heißt es Kerek-Teleki. Unweit davon liegt Hänta. Hier bestand in der Ärpadenzeit eine Probstei, die noch um das Jahr 1313 über bedeutende Ländereien verfügte. Aus vorgeschichtlicher Zeit hat der nördliche Bakony im ganzen Comitat die meisten Denkmäler aufzuweisen. Wie bereits erwähnt, wurden in der Gemarkung von Nagy- Eßtergär durch die Wasserspülungen eines Quellarmes der Gaja vorgeschichtliche Feuer- plätze freigelegt. Die volkreiche Pußta Hathalom zeigt die Spuren von sechs regel- mäßigen, durch Menschenhand geschichteten, bisher noch nneröffneten Hügeln. Funde der Bronzezeit kommen hier am zahlreichsten vor, so in Bakony-Somhegy, Szent-Laszlo, Bakony-Tamäsi, Hathalom, Jäkö, Szücs, Varoslöd n. s. w. Der mittlere Bakony ist von verhältnißmäßig geringer Ausdehnung und wird, wie schon erwähnt, im Norden durch die Bäche Torna und Sed, im Süden durch die Staats- straße Veßprem-Graz begrenzt. Seine größte Erhebung ist der in der Gemarkung von Nagyväzsouy liegende Berg Kab, von dessen 600 Meter hohem Gipfel sich eine prächtige
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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