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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 186 -
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186 überwachsen waren, mochten diese beiden Quellbecken so feenhaft schön gewesen sein, daß es gar keine Mühe kostet, an die geschichtliche Überlieferung zu glauben, nach der, als die christliche Religion in Ungarn schon seit Jahrhunderten heimisch war, noch immer in manchen Magyaren angesichts dieser Quelle das asiatische Urgefühl erwachte, so daß sie an deren Ufer heidnischen Gottesdienst hielten. Noch heute werden ihre Altarstätten gezeigt. Der Tapolcza folgend erreichen wir Papa, die größte Stadt des Comitats, mit mehr als 14.000 Einwohnern. Sie ist heute einer der hübschesten Provinzstädte des Landes, ganz modern gebaut, eingerichtet und verwaltet. Ihre älteste Vergangenheit liegt im Dnnkel. Ihre verbürgte Geschichte reicht bis zum XIV. Jahrhundert zurück. Sie muß damals schon eine recht große Stadt gewesen sein, was daraus hervorgeht, daß König Sigismund durch die Reichsstände nach seiner Befreiung aus der Gefangenschaft zu Siklös hieher gebracht wurde, die Stände sich hier versammelten und vom 27. bis 29. October 1401 hier berathschlagten, worauf der König und die Stände sich gegenseitig verfassungsmäßige Treue zusicherten. Der erste Privilegienbrief der Stadt ist von Königin Elisabeth im Jahre 1439 ausgestellt. Ein Theil der Stadt, und zwar der größere, war im Laufe des XV. Jahrhunderts Eigenthum des mächtigen Geschlechtes der Garai, der andere Theil gehörte geringeren Adeligen, deren besonderer Prädialbesitz Böröllö niemals mit der Gemarkung der Stadt verschmolz, sondern bis auf unsere Tage stets ein besonderes Gebiet verblieben ist. Aber die Enrien dieser Edelleute befanden sich in der ehemaligen Festung der heutigen inneren Stadt. Nach Ladislaus Garai wurde Emerich Zäpolya (1487) Herr des Garai'fchen Antheils, auf dem er auch starb. Der Überlieferung nach kam auch König Matthias häufig hieher. An ihn erinnert die vom großen Markte abzweigende Eorvingaffe, in der am Thorbogen eines einstöckigen Hanfes von mittelalterlicher Bau- weise noch jetzt das Huuyady-Wappen mit dem Raben zu sehen ist, gewissermaßen ein Beweis für die Überlieferung, daß dieses Haus einst Eigenthum des Königs Matthias gewesen sei. Die ganze Bauart und Eintheilung, das Portal und so weiter lassen an- nehmen, daß dieses Haus dem XV. Jahrhundert angehört. Von 1495 an war einige Jahre lang Georg Esseghväry, nach ihm (1514) Gotthard Sittkey, dann bis 1524 Franz Esseghväry Festungscommandant. Die Bürger der Stadt Papa zogen bereitwillig gegen den Dözfa'fchen Bauernaufstand zu Felde und nahmen Antheil an der Vernichtung einer Schaar Aufständischer auf dem Wege zwischen Veßprem und Stuhlweißenburg. Aus diesem Grunde erweiterte Wladislaus II. im Jahre 1514 die Privilegien der Stadt. Nach der Mohäcser Schlacht verlieh König Johann Papa und die Burg Somlyö dem Valentin Török von Enying, dessen Nachkommen es bis zum Ende des XVI. Jahrhunderts inne- hatten. Von 1640 an sind schon die Grafen Esterhäzy Burghauptleute, erst Stephan und Ladislaus, dann Franz, ein Bruder des Palatins Paul, der gefürstet wurde. Sein Sohn,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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