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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 194 -
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194 mit dem Csapößer, östlich und südlich der Cserhat mit demTäborallas (Lagerplatz), westlich der Jerusalemsberg und mitten zwischen diesen der Festungsberg mit dem Benediktsberg, Sie sind sämmtlich selbst an ihren steilen Abhängen größteutheils mit Gebäuden besetzt, daher es auch mit Ausnahme von Schemnitz im ganzen Lande keine Stadt von so felsiger, zerklüfteter, ungleichmäßiger Lage gibt als Veßprem. Von Westen her kommt durch ein malerisches Thal das Södflüßchen an die Stadt heran, in deren Innerem es den St. Benediktsberg umfließt und mit einer kleinen Schwen- kung den Lauf nach Norden nimmt. Au seinem linken Ufer liegt ein steiler Hügel, auf dem zwei Stadttheile stehen: Temetö-Hegy und Csapößer. Auf diesem Hügel befindet sich der alte Friedhof mit einer Kapelle und weiterhin jenseits Csapößer auch die Gärten und Landhäuser der Domherren. Am Fuße dieses Hügels steht das Waisenhaus „Davidicnm" und in der Richtung des Nordgipfels des St. Benediktsberges, westlich im Sed-Thale, findet man noch einige Trümmer des durch Stesan den Heiligen gegründeten, jedoch längst zerstörten „Veßpremthaler"-Klosters, auch Kloster der griechischen Nonnen genannt. Diesen Nonnen gehörte einst das Dorf Vörös-Bereny am Plattensee nebst der gleichnamigen Herrschaft. Der Stiftungsbrief dieses Klosters wurde durch Stesan den Heiligen in griechischer Sprache ausgestellt. Er ist das einzige in dieser Sprache abgefaßte Schriftstück des ungarischen Urkundenschatzes. Der St. Benediktsberg hängt mit dem sogenannten Festungsberg zusammen, welcher steil aus dem Sed-Thale aufsteigt und seit vorgeschichtlicher Zeit eine feste Burg, ja eine bedeutende Festung getragen hat. Der Festungsberg ist westlich durch das lange Thal (kloss?ü-völ^), nördlich durch das Sed-Thal, östlich durch das Buhim-Thal von den umliegenden Höhen getrennt; mit den Palästen des VeßprsmerBischoss und derDomherren, mitKlöstern undComitatsgebänden vollgebaut, erinnert er,obwohl derMaßstab ein kleinerer ist, ohneweiters an die Osner Festung. Wie diese auf die Donau, so blickt die „Festung" von Veßprem nach Osten auf das Buhim-Thal nieder. Einst war dieser Festungsberg auch an der Südseite, gegen den Markt hin, dnrch eine tiefe natürliche Schlucht von der inneren Stadt getrennt. Diese große Schlucht diente zugleich als Burggraben, über den man nur auf einer Zugbrücke in die Beste gelangen konnte. In der Festung stehen außer fünf Privathäuseru das bischöfliche Palais, die Domherrenhäuser, das Piaristenkloster mit Gymnasium, der städtische Wartthurm, das Gebäude des königlichen Gerichtshofes, das alte Comitatshans und das Gerichtsgefängniß; außerdem die bischöfliche Kathedrale, an deren Südseite sich die sogenannte Gisela-Kapelle befindet, welche nach der Überlieferung zur Zeit Stefaus des Heiligen erbaut, also nahezu 900 Jahre alt sein soll. Auf dem nördlichsten Vorsprung des Festnngsberges endlich steht das bischöfliche Seminar und Convict, sowie das Deficienten-Gebände der bischöflichen Diöeese. Von der Söd-Brücke
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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