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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 199 -
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199 Am 1. Juni 1552 besetzte Ali Pascha von Ofen die Beste, die er nach einer harten Belagerung von zwei Wochen durch schändlichen Verrath der Vertheidiger gewonnen hatte. Der Berg, auf dem die Beste steht, ist viel steiler als der Ofner Festungsberg und sie war gehörig mit Wällen versehen. Ihr Hauptthor ging nach dem jetzigen Marktplatz, wo sie gegen die Stadt hin auch jetzt offen ist. Doch hatte sie rückwärts hinter der großen Kirche noch ein wohlbewachtes Diebspförtlein, das ins Buhiu-Thal hinabführte. Der Commandant Johann Paxy — nach Einigen ungarischer, nach Anderen deutscher Abstammung — hatte wohl auf einem seiner Streifzüge den Hamfa Beg angegriffen und ihm 200 Mann niedergemacht, als er aber nnn die Forderungen des darüber erbosten Ali Pascha vernahm, ließ er seinen Posten und die Festnng im Stich und entfloh nach Österreich. Diesmal blieben die Türken zwölf Jahre lang Herren der Stadt. Am 24. Juni 1564 wurde sie durch Salm, den Commandanten von Raab, nach kurzem, aber blutigem Kampfe zurückerobert. Bei dieser Belagerung verübten Franz Török, Burghauptmann von Päpa und Ladislaus Gyulasfy, Burghauptmauu von Tihany, mit ihren Contingenten Wunder der Tapferkeit. Am 8. October 1594 wurde die Beste wieder türkisch. Der Großvezier Siuau Pascha belagerte sie mit einem gewaltigen Heere. Der Commandant war wieder ein Fremder, der Italiener Speciacasa. Während der Belagerung entfloh er, wurde jedoch von den Türken eingeholt und sofort niedergemacht. Der Vice-Commandant Wolfgang Taruöczy kämpfte unerschrocken bis ans den letzten Mann und starb gleich Niklas Zrinyi den Heldentod in der Vertheidigung seiner Festung und seines Vaterlandes. Lange indeß konnten die Türken den Platz auch diesmal nicht behaupten, er wurde einige Jahre später (1598) durch die Generale Palffy und Schwarzenberg wiedergewonnen. Der Reichstag des Jahres 1608 erließ die strenge Verordnung, daß der Festungs- commandant von Veßprem kein Fremder, sondern ein Ungar zu sein habe. Die Stände ergingen sich in bitteren Anklagen gegen Paxy, Lamberger, Laskano, Aldana, Lnsthaar, Speciacasa, Hardeck, Paradeiser, Öttingen und andere fremde Commandanten. Allein selbst unter den Türken hatte Veßprem nicht so viel gelitten als am 23. Mai 1704. Die Beste war von Knrutzeu unter Oberst Baböcsay besetzt, die aber im Gefühle ihrer Schwäche vor dem starken Heere Sigbert Heisters die Flucht ergriffen. Und obgleich die Zurückgebliebenen die Beste übergaben und Heister ihnen einen Schntz- bries ausstellte, fielen doch seine deutschen und raizischen Söldner über die Stadt her, plünderten die Kirchen und Häuser aus, metzelten die Männer nieder, vergewaltigten die Frauen, schlachteten an den Altären Menschen, verwundeten den Großprobst tödtlich, ermordeten einen Probst-Canonicns in der Kirche, banden die Domherren nackt an Pferde und schleiften sie vor Heisters Angesicht, bis sie schließlich alle öffentlichen Gebäude,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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