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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 217 -
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217 nur mit ihren äußersten Wellenringen und oft überhaupt nicht. Von den Kämpfen eines Boeskay, Georg Räköczy und Tököly spürt das Zalaer Comitat so viel wie nichts. Doch dringen die siegreichen Heere Bethlens auch hieher vor und die Generale Franz Räköczys II. brechen mitunter auch in Zala ein. Ebenso lassen die Feldzüge von 1848 bis 1849 Zala fast ganz aus dem Spiel. Umso höher und reiner war aber die Flamme, mit der hier im Laufe unseres Jahrhunderts der Kampf der Ideen entbrannte. In diesem Kampfe standen die Brüder Deäk voran: von 1820 bis 1833 Anton Deäk und nach ihm mit weit größerer, das ganze Land beherrschender Autorität Franz Deäk. Zala war durch nahezu 20 Jahre besonders dank der Führerschaft Franz Deals, eines der wichtigsten leitenden Comitate Ungarns. Es wurde ebenso wichtig wie das Pester Comitat und wichtiger als selbst Bars, Bihar oder Borsod. Deäk und seine Genossen, unter denen Ladislans Csänyi der Hervorragendste war, hegten und pflegten hier die Ideen des Fortschritts nnd die beständigen Keime der edlen nationalen Leiden- schaften, sie entwickelten dieselben zu Principien und Institutionen, so lange der Kampf mit verfassungsmäßigen und friedlichen Mitteln geführt wurde. Die Besitzverhältnisse entsprechen den geschichtlichen und geographischen Momenten, die das Comitat gestaltet haben. Das für die Landwirthschaft geeignete Gebiet beträgt etwa 925.000 Katastraljoch. Davon sind 310.000 Joch, also ein Drittel des Gebietes, kirchlicher, fideicommissarischer oder anderweitiger hochadeliger Großgrundbesitz. Die Kirchengüter machen etwa 80.000 Joch. Größere Grundbesitzer sind die Bischöfe von Veßprem und Steinamanger, die Abteien von Zalavär, Kapornak und Tihany, das Veßpremer Kapitel, der Universitätsfonds des Budapester Ceutral-Semiuars, der Schul- orden der Piaristen und der Religionsfonds. Unter den weltlichen Großgrundbesitzern befinden sich zwei regierende Häuser und zwei fürstliche Familien des heiligen römischen Reiches. Jene sind der Graf von Flandern und das Hans Coburg, diese die Fürsten Esterhäzy und Batthyäny. Ihr Gesammtbesitz macht etwa 100.000 Katastraljoch, wovou mehr als drei Viertel den Fürsten Esterhäzy gehören. Gräfliche Familien, 15 an der Zahl, besitzen etwa 125.000 Joch, wovon das Meiste den Festetits, dem Päpaer Zweig der Esterhäzy, den Szechenyi, Andrässy nnd Batthyäny gehört. Kleinere, zum Theil mittlere und sogar Kleingrundbesitzer sind die gräflichen Familien Erdödy, Deym, Somssich, Zichy, Szapäry, O'Donnel, Pejacsevich, Hugouuay, Ossich und Zsigray. Dazu kommen noch drei freiherrliche Familien, und zwar Mikos und Trefesburg mit kleinen Besitzungen, die Simon Sina'schen Erben mit 7.500 Joch. Der niedere Adel saß und sitzt in Zala seit uralter Zeit in großer Anzahl auf seinen Gütern. Mehr als 100 Dörfer bestehen aus niederem Adel und verfügten vor 1848 auf
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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