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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 227 -
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227 vom Dabas bis Jänoshäza, pflegen den Strafgerichten stets die meiste Arbeit zu geben. Manche Schweine- und Schafhirten im Dabas tragen noch jetzt ihre alte Tracht: den steifen, hohen, eckigen Hut, den kurzen, verbrämten und mit flachen Knöpfen besetzten Dolmäny, die kurze, weitfaltige Gatya, die knarrenden Csizmen mit hohen Absätzen, den schweren, buntgestickten Veßpremer Szür (Lodenmantel) und das in den Gatya-Wulst gesteckte rothe „Wiener" Schnupftuch. An der südlichen Ecke des Dabas liegt Monostor- Apati mit einer alten Klosterruine; es gehört dem Bischof von Veßprem. Hier liegt auch Dorf und Burg Hegyesd im Egerthale, nordöstlich von der Stadt Tapoleza. Neben dem kleinen Dorfe erhebt sich aus der Ebene ein pyramidenförmiger, oben cylindrifcher Kegel von etwa 130 Meter Höhe. Von seinem Fuße oder vom Dorf aus gesehen, erscheint der Berg so spitz, daß der Beschauer sich nicht vorstellen kann, wie ans dieser Spitze eine Burg bestanden habe. Und dennoch stand sie oben, eine Burg im Geschmack und nach den Bedürfnissen des Mittelalters. Der Gipfel des Berges bildet ein Platean von etwa 200 Quadratmetern. Auf diesem war blos Platz für eine ziemlich große Cisterne, die das Regenwasser auffing, und für einen kleinen Thnrm. Von beiden sind noch deutliche Spuren zu sehen. Die übrigen Gebäude: das Wohnhaus des Burgherrn, die Kaserne der Besatzung, die Vorrathshäuser, Ställe u. s. w. waren in die Flanken des Bergkegels eingebaut. Der Weg hinan bis zum Thore war gar künstlich in Serpentinen um deu Berg her gelegt. Im Jahre 1560 brach Hamza-Beg in Stuhlweißeuburg mit einer Streifpartie auf, fand die Burg ohne genügende Besatzung und nahm sie durch List ein. Die Überlieferung hat davon eine überaus komische Version bewahrt. Danach waren zwei Männer als Thorwache aufgestellt. Der eine ging ins Thal hinab, Wasser zn holen, und wurde von den Türken gefangen, die ihn bestachen, daß er den anderen Wächter berede, Abends das Thor aufzuziehen; unter diesem schlüpften dann die Türken in die Burg. Thomas Nadasdy beorderte seinen Commandanten zu Särvär, Valentin Magyar, zur Wiedereinnahme der Burg. Ihm schlössen sich Franz Enyingi-Török, Johann Deveeseri-Csöron und Ladislans Rätöti-Gynlassy, Commandanten von Papa, Deveeser und Tihany, sowie der Raaber Commandant Eck an. Sie erschienen mit schwerem Geschütz und beschossen die Mauern zehn Tage lang, worauf der Thorthurm einstürzte; da übergab der Bnrghanptmann Bajazid den Platz (13. April 1562) und gerieth mit 80 Mann in Kriegsgefangenschaft. Die Bnrg wurde in der alten Form nie wieder aufgebaut und heute muß man schon scharf zusehen, um nur etwas von ihren Trümmern zu erblicken. Der jetzige Besitzer ist Fürst Esterhazy. Südwestlich von Hegyesd gelangen wir über Diszel nach Tapoleza uud zugleich in ein länglich viereckiges Becken, das Thal der Bäche Lesencze, Tapoleza und Eger. Dies ist eine der schönsten und reichhaltigsten Landschaften Ungarns. Geologische und hydro- graphische Gestaltung, Geschichte und Poesie, geistige Cultur und Fruchtbarkeit wirken lS-
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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