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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
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230 In der Mitte zwischen Csobänez, Haläp und dem St. Georgsberg liegt auf ebenem Boden, am gleichnamigen Flüßchen, Tapoleza, ein kleiner Marktflecken, Bezirksamt und Mittelpunkt der am Plattensee gelegenen Güter des Bisthnms Veßprem. Bischof Johann Ranolder (1850 bis 1875) hat auch hier, wie in Veßprem, Papa, Fünfkirchen, Keßthely und Budapest eine von Nonnen geleitete ungarische Mädchen-Erziehungsanstalt gegründet. Das Leseueze-Thal wird durch den Leseneze-Bach gebildet, der über den waldigen Pußten von Uzsa entspringt und über Jstväud, Tomaj, Nemetfalu und Ederics, immer den Fuß der Bergkette entlang laufend, in die Bucht von Szigliget fällt. Dabei vereinigt sich das Lefencze-Thal mit den Thälern der Bäche Vißlö, Söd, Tapoleza und Eger. Der Vißlö entspringt oben auf der Pußta O-Dörögd und läuft, zu der Leseucze herabgelangt, mit dieser parallel der Szigligeter Bucht zu. Der S6d entspringt westlich vom Halap und fällt unterhalb des Fleckens Tapoleza in den wasserreichen Tapoleza-Bach, der dann die Westseite des St. Georgsberges umfließt und dem Vißlö parallel gleichfalls in die Szigli- geter Bucht mündet. Länger als sie alle ist der 30 Kilometer lange Eger-Bach, der um Nagy-Vazfonykö und Pnla entspringt und seinen Lauf durch das Kapolefer-Thal nimmt; er umgeht Csobäncz von Westen, den St. Georgsberg von Osten her und fällt dann zwischen Szigliget und Badaesony in den Plattensee. Uzsa ist eine bevölkerte Pußta in der Nähe von Leseneze-Jstvänd und Stammsitz der schon im XIV. Jahrhundert bedeutenden Familie Uzsay. Benedikt Uzsay war im Jahre 1426 Obergespan des Comitats und auch später betheiligten sich Mitglieder dieses Hauses oftmals an der Lenkung der Landes- und Comitatsaugelegenheiten. Die Familie starb dann aus und ihre Güter fielen größtentheils dem Hause Gyulafsy zu. Tomaj heißen drei Orte nahebei einander. Leseneze-Tomaj liegt im Thale des Leseneze-Baches am Fuß einer waldigen Höhe, Badaesony-Tomaj an der Ostseite des Badacsouy, Cserßeg-Tomaj oberhalb Keßthely. Alle drei haben ihren Namen von der Familie Tomaj, die im XIII. Jahrhundert ringsum reich begütert war. Der St. Georgsberg (Szent-György-Hegy) erhebt sich majestätisch aus dem Thale der Tapoleza und Eger und blickt nördlich auf Tapoleza, südlich auf Szigliget hinab; die kleinen Dörfer Kis-Apati, Raposka nnd Hegymagas liegen ihm zu Füßen. An Größe und Gestalt kommt er am meisten dem Badaesony und Somlyö gleich. Von eirunder Basis steigt iu sanfter Steilheit der untere Kegel empor, der ringsum von herrlichen Weingärten strotzt. Ihre Weine sind voll Feuer und Kraft und von feinster Blume. Guläes ist ein kleines Dorf östlich vom St. Georgsberg hinter dem Badaesony im Eger-Thale. Neben ihm erhebt sich mit großer Regelmäßigkeit des spitzen Kegels der G»lacser-Berg, ein überaus interessantes geologisches Gebilde.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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